Apotheke einer Universitätsmedizin: Arzneimittelhersteller und Logistikzentrum

Shownotes

In dieser Folge dreht sich alles um die Apotheke der Universitätsmedizin Mainz – und damit auch um „gewaltige Summen“: fast 900.000 Tabletten und über 1,9 Millionen Handschuhe werden jährlich durch die Apotheke geschleust, fast 70.000 Zytostatika und sonstige sterile Produkte pro Jahr hergestellt. „Sie können sich leicht vorstellen, dass hierfür optimale Prozesse nötig sind“, berichtet Dr. Dominic Fenske, seit Oktober des letzten Jahres Direktor der Apotheke.

Die Apotheke ist damit Logistikzentrum und Arzneimittelhersteller in einem. „Das ist zunächst in allen Apotheken so. Unser Alleinstellungsmerkmal ist der forschende Aspekt“, sagt Dominic Fenske, der sich unter anderem mit dem Thema Arzneimitteltherapiesicherheit beschäftigt. Im Weiteren geht es um neue innovative Verfahren zur Herstellung von Tabletten – etwa mittels 3D-Druck. „So können wir die Dosierung in einer Tablette kontinuierlich anpassen – diese Möglichkeit hatten wir bisher nicht.“ Und auch die Ausbildung hat einen großen Stellenwert: „Es ist ein wirkliches Pfund, dass wir im pharmazeutischen Bereich sehr viel ausbilden“, betont Dominic Fenske.

Weitere Informationen zur Apotheke gibt es hier.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:00:03: Spannender

00:00:03: Einblicke für alle!

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge.

00:00:08: Insight – UniversitätsMedizin – Mainz.

00:00:11: Heute geht es um das Thema Apotheken und bei mir ist Dr.

00:00:14: Dominik Fenske, der hat seine Doktorarbeit schon in der Apotheke bei uns gemacht.

00:00:19: Jetzt ist er der neue Leiter.

00:00:20: lieber Fenski wie schön dass sie bei uns sind.

00:00:22: Sehr

00:00:23: gerne Herr Kieslich.

00:00:24: Lieber Fenske, wie kommt man dazu Apotheker zu werden?

00:00:27: Das muss ja irgendwann mal sich entwickelt haben.

00:00:29: Wann war das bei Ihnen der Fall?

00:00:31: Das hat tatsächlich während der Abi-Zeit stattgefunden als ich mir überlegt habe was ich werden will.

00:00:38: Da hab' ich nur verschiedene Sachen durch den Kopf gehen lassen und das Reizvolle an Pharmazie ist dass man Naturwissenschaften hat, dass man Medizin hat Dass man auch ein paar kaufmännische juristische Bereiche hat Und diese Vielfalt hat mich angesprochen.

00:00:50: Ich habe ja eben schon ein bisschen gespoilert.

00:00:51: Sie waren ja schon mal in Mainz, dann an verschiedenen anderen Stationen recht lange in Erfurt.

00:00:56: Jetzt sind sie wieder zurückgekommen nach Mainz!

00:00:59: Wie haben Sie das empfunden?

00:01:01: Das ist schon ein Schritt wenn man mit seiner Familie sehr lange an eine andere Stadt gelegmt hat und jetzt wieder nach Mainze zurückkehrt.

00:01:08: Ist mir aber ganz wichtig.

00:01:09: ich kannte ja Mainz.

00:01:10: Mainz ist eine sehr schöne Stadt und Mainz war Familienkompatibel.

00:01:14: also das ist eine Stadt wo ich meine Familie guten Gewissens mithin bringen kann und darauf freue mich jetzt auch wirklich, wenn die im Sommer nach

00:01:19: kommt.

00:01:20: Wir freuen uns sehr, dass wir Sie gewonnen haben.

00:01:21: Wir haben eben über den Beruf Apotheke kurz gesprochen.

00:01:25: eine Universitätsmedizin-Apotheke.

00:01:28: ist die denn unterschiedlich zu einer anderen Apothek?

00:01:31: Vielleicht können sie das mal beschreiben wie sich die Verantwortung jetzt vielleicht ändern.

00:01:37: Die Grundfunktion der Apotheken, dass ich als Nachmittell einkaufe und dass ich Sie lagere, dass Ich Sie Patienten individuell bedarfsgerecht auf die Station liefere Das ist eigentlich in allen Apothekten gleich Und das macht eine Öffentliche Apotheken ein Stück weit.

00:01:51: Das macht eine klassische Apotheke in einem klinikum, das machen auch wir in der universitätsmedizin so.

00:01:58: Aber was in dieser apotheke interessant ist, was eben hinzukommt Ist dass wir diesen forschenden aspekt haben die eben die universität mit rein bringt und das ist Der unique selling point.

00:02:08: wenn sie so wollen für die universitäten medizin

00:02:10: dann fahre ich genau gerne danach Forschung im bereich der apotheken.

00:02:14: Was sind so die wesentlichen forschungsprojekte oder entwicklung diese voran treiben wollen?

00:02:19: Die Apotheke hier in Mainz war unter meiner Vorgängerin sehr stark darin, die chemisch-physikalische Stabilität von Arzneimitteln zu untersuchen.

00:02:27: Das ist wichtig wenn sie Haltbarkeitsdaten vergeben wollen zum Beispiel in der Zytostatikerherstellung.

00:02:32: Dieses Standbein möchte ich gerne weiter fortführen.

00:02:34: da habe ich gute Leute in der Apotheken die ich da weiterentwickeln möchte.

00:02:38: Dazu habe ich aber auch ein bisschen Erfahrung gesammelt im Laufe meines Berufslebens und Thema Arzneimitteltherapiesicherheit.

00:02:45: Was passiert mit den Medikamenten auf Station, wenn wir sie den Patienten geben?

00:02:48: Was müssen wir machen um sie möglichst sicher an die Patienten zu geben?

00:02:52: Und diesen Aspekt würde ich gerne ergänzen.

00:02:55: Möglichst sicher zu machen heißt ja dass man alles eindeutig identifiziert, möglichst digital überträgt und dann genau die Medikamente auch den Patienten liefert.

00:03:05: Wie lange braucht man noch bis so etwas Realität wird?

00:03:10: Das ist eigentlich eine ganz einfache Frage, Herr Kieslich.

00:03:13: Die Schwierigkeit ist da im Detail.

00:03:14: Da wird man einiges überwinden müssen.

00:03:16: Wir haben bauliche Sachen, die wir ändern müssen und unsere Prozesse ändern.

00:03:20: Wenn wir es in zwei Jahren schaffen und dann dieses Interview nochmal führen, dann wäre ich sehr glücklich!

00:03:24: Dann lade ich Sie genau in zwei Jahre nochmal ein weil dann können wir genau darüber auch sprechen.

00:03:28: Versprochen.

00:03:29: Eine der... Vorurteile vielleicht, die man hat gegenüber der Apotheke oder den Apothekern ist, dass sie sehr viel mit Tabletten zu tun haben und die auch herstellen.

00:03:39: Und es gibt aber auch ganz innovative Formen, die wir an der Uni Medizin machen diese drei D-Printing von Tablettern.

00:03:45: Auch da haben Sie Erfahrung.

00:03:47: erzählen Sie ein bisschen darüber und wo Sie da vielleicht auch Vorteile sehen?

00:03:51: Dieses dreideedruckverfahren von Tablettens ist ein neues Verfahren was jetzt weltweit an Aufmerksamkeit gewinnt, was ja schön ist.

00:04:00: Weil es uns ermöglicht die Dosierung in einer Tablette zum Beispiel bei einem Kind das wächst entsprechend den steigenden Bedürfnissen des Kindes auch ganz kontinuierlich anzupassen und diese Möglichkeit hatten wir bislang nicht.

00:04:12: Das bringt natürlich einen Therapievorteil für den Patienten mit sich.

00:04:16: gleichzeitig ist dieser Art der Arzneimittelherstellung sehr gut qualitativ überwacht, sodass wir auch garantieren können ein sehr sicheres Arzneimittel zu produzieren.

00:04:25: Das ist natürlich immer in der DNA eines Apothekers verankert sicher zu sein und das können wir damit

00:04:30: realisieren.".

00:04:31: Ich weiß dass wir Roboter haben bei uns die manche Arzneimmittel herstellen.

00:04:35: jetzt reden sie vom TrID.

00:04:36: Printing war ja auch meine Frage gehört es irgendwie zusammen oder sind da zwei ganz unterschiedliche Entwicklungen die gerade in der Apotheke stattfinden?

00:04:44: Wenn Sie das rein technisch betrachten, sind das zwei unterschiedliche Entwicklungen.

00:04:48: Das eine ist eine orale Tablette oder eine oral Form, die sie einnehmen für Kinder zum Beispiel oder für ältere Patienten, die Probleme mit dem Schlucken von Arzneimitteln haben.

00:04:57: Das andere sind mehr IV-Sachen, die Sie geben.

00:05:00: Also intravenös, die man dann ins Blut in die Blutbargis bricht?

00:05:03: Genau danke!

00:05:04: Aber dass Ziel dieser beiden Automaten eine individuelle sichere Therapie für einzelne Patienten herzustellen, das ist das Gleiche nur der Weg dahin, es ist eben unterschiedlich.

00:05:14: Also es gibt viele Innovationen, die Sie auch vorantreiben werden zusammen mit Ihrem Team.

00:05:19: Aber ich stelle mir die Apotheke als riesiges Logistikunternehmen.

00:05:23: Können sie uns anhand von einzelnen Zahlen sagen wie viel Tabletten nicht produziert aber vielleicht ausgeliefert werden oder einfach dass wir ein Gefühl dafür bekommen über die Dimensionierung und die tagesaktuellen Herausforderungen?

00:05:40: Eine Apotheke und gerade eine Krankenhausapothek ist immer als Neimittelhersteller, das hatten wir besprochen.

00:05:44: Und Logistikzentrum in einen.

00:05:46: Das gilt es irgendwie zu vereinen.

00:05:48: Sie können sich die Apotheken vorstellen wie das Selbstapolager bei IKEA.

00:05:52: alle Preparator haben ihren festen Platz wo sie sind und die sind auch genau so aufgebaut dass die Wege optimiert abgearbeitet werden können.

00:06:01: große Paletten-Stellplätze haben wir da, fast neunhunderttausend Tabletten werden wir auf diese Art und Weise pro Jahr durch die Apotheke durchschleusen.

00:06:09: Wenn Sie sich leicht vorstellen, dass das wirklich nach optimalem Prozessen laufen muss über eins Komma Neu-Milion Handschuhe gehen durch die, durch die apotheke Durch siebfast.

00:06:19: siebzig Tausend Südostatiker und sonstige Sterele Produkte stellen wir pro Jahr her.

00:06:23: Das sind schon gewaltige Summen?

00:06:25: Das sind gewaltigen Summen und ich stelle mir vor, dass ab fünf Tablette, die wir dann auch einem Patienten zum Beispiel verschreiben oder zuführen, dass daneben Wirkung eine Rolle spielen.

00:06:35: Auch Toxizität?

00:06:37: Was können Sie in der Apotheke dazu beitragen wenn die Ärztinnen und Ärzte quasi eine Entscheidung treffen das sie noch mal vielleicht einen zweiten Blick darauf werfen.

00:06:46: Das ist das große Ziel an dem wir im Augenblick alle arbeiten und da baue ich sehr auf die Vorteile der Digitalisierung.

00:06:53: Wenn wir die Medikation elektronisch verfügbar einer elektronischen Patientenakte haben Dann kann man Prüfalgoritmen über diese Medikation laufen lassen, die einem dann verschiedene Warnhinweise zu Dosisanpassungen bei nachnachlernierenfunktionen, Interaktionen der Sachen miteinander und dergleichen vorgeben.

00:07:11: Und die Kunst ist eigentlich diese Dinge dann zu bewerten.

00:07:14: Das ist hier erstmal nur eine Warnmeldung aufgrund einer Datenbank generiert wurde, aber was bedeutet das jetzt für den Patienten der konkret vor mir steht?

00:07:21: Und das ist die Kunst.

00:07:22: Da brauchen wir noch menschliche Intelligenz und vielleicht in Zukunft auch Unterstützung durch vielfach beschworene künstliche Intelligenzen.

00:07:29: Im Augenblick ist es menschlich.

00:07:30: Ich habe das Gefühl dass das Berufsfeld der Apothekerin des Apothekers sich doch auch dramatisch ändert und viele neue Aufgaben scheinbar dazu kommen.

00:07:39: Was können wir denn tun?

00:07:41: Was können Sie tun, damit sich Menschen dafür interessieren.

00:07:43: Welche Möglichkeiten der Ausbildung gibt es zum Beispiel?

00:07:46: Was könnte interessant sein, dass man gerne bei Ihnen in der Apotheke dann auch arbeiten

00:07:51: möchte?".

00:07:51: Also ein wirkliches Pfund – die Apotheker der Uni Medizin I ist -, dass wir sehr viel Ausbildung machen.

00:07:57: Sie können mit uns die pharmazeutisch-kaufmännische Ausbildung durchlaufen.

00:08:04: Die Basisausbildung ist für eben die kaufmänischen Prozesse.

00:08:08: Wir haben Pharmazeuten im Praktikum, die es sind so ähnlich wie Ärzte nach dem Ersten Staatsteil nach dem zweiten Staatsexamen.

00:08:14: Die dann ihre ersten Schritte in die richtige Medizin sozusagen machen.

00:08:18: das gibt es auch.

00:08:19: wir haben immer schon junge Kolleginnen zu Doktoranden ausgebildet und ganz neu habe ich mit der Personalhandlung besprochen dass wir auch PTA-Praktikanten zusätzlich noch mit aufnehmen dürfen.

00:08:30: Was sagt genau sind PTA Praktikanten?

00:08:32: Und wie könnten sie sich bewerben?

00:08:34: BTA-Praktikanten sind Menschen, die ihre theoretische Ausbildung zum pharmazeutisch technischen Assistenten durchlaufen haben und dann rechtlich vorgeschrieben noch ein halbes Jahr Praktikum machen müssen.

00:08:45: Und davon dürfen sie einen Vierteljahr in der Apotheker der Universitätsmedizin Mainz

00:08:51: machen.".

00:08:51: Wir wollen ja gerne immer am Puls der Zeit sein, im Bereich Forschung Wissenschaft auch in der Krankenversorgung.

00:08:57: Wenn Sie so ein bisschen Ihre Vision der modernen Apotheke in fünf und zehn Jahren skizzieren sollten was wären das für Schlagworte die Ihnen dabei wichtig werden?

00:09:06: Wichtig ist mir eine vollständige digitale Erfassung der Medikation Eine Prüfung dieser Medikations nach fachlich-inheitlichen Aspekten eine individuelle Therapie und sicherstellen, dass der Patient, der vor mir steht auch wirklich genau die Medikation kriegt, die ihm von einem ärztlichen Kollegen verschrieben worden ist.

00:09:26: Vielen Dank für das Gespräch!

00:09:27: Sehr gerne

00:09:29: Ja, meine sehr verehrten Damen und Herren.

00:09:30: Das war hochspannend!

00:09:31: Es geht natürlich darum die Apotheke auch zukünftig in den Bereich Forschung, Lehre- und Krankenversorgungen weiterzuentwickeln ein wunderbare Hilfestellung zu sein einen Counterpart Und das hat Dominik Fenske ganz wunderbar beigetragen und uns erläutert.

00:09:46: und wenn sie wieder Lust haben hineinzuschauen Was gibt es Neues an der Ure Mainz?

00:09:50: Dann schalten Sie wieder ein Wenn es heißt Inside Universitätsmedizin Mainz.

00:09:58: Wenn euch der Beitrag gefallen hat, abonniert Insight Universitätsmedizin Mainz über ein Podcast Anbieter eurer Wahl.

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