Spannende Einblicke ins Gehirn – Das Neuroimaging Center

Shownotes

Wie ist der Zusammenhang zwischen dem, was im Gehirn passiert, und dem menschlichen Erleben und Bewusstsein: Diese Frage macht für Prof. Dr. Raffael Kalisch die Faszination der Neurowissenschaften aus und steht im Zentrum seiner wissenschaftlichen Arbeit. Raffael Kalisch leitet an der Universitätsmedizin Mainz das Neuroimaging Center – kurz NIC.

„NI steht für Neuroimaging und bedeutet übersetzt Bildgebung des Gehirns oder des Nervensystems. Der Kern des NIC ist, dass wir vor allem Magnetresonanztomographie (MRT) durchführen, um Bilder des Gehirns zu erhalten und dessen Funktion zu entschlüsseln. Die Methode ist aufwändig und mit dem NIC bietet die Universitätsmedizin eine zentrale Forschungsplattform für interne und externe Partner“, erläutert Raffael Kalisch im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich. Am NIC haben Interessierte die Möglichkeit, an einer der vielen Studien zum Thema Hirngesundheit teilzunehmen. „Ich kann nur sehr dazu einladen. Es ist eine interessante Erfahrung und alle Teilnehmenden bekommen ein Bild ihres Gehirns“, betont Raffael Kalisch.

Ein wichtiges Forschungsgebiet des NIC ist die Resilienzforschung –Raffael Kalisch hat sogar ein Buch darüber geschrieben. „Der Kernbegriff ist der Begriff der Bewertung. In dem Buch geht es etwa um die Theorie des positiven Bewertungsstils: Man sollte nicht mit einer völlig rosaroten Brille durchs Leben laufen, aber doch die Fähigkeit kultivieren, immer wieder auch die positiven Dinge zu sehen.“

Wer Interesse hat, an einer der Studien im NIC teilzunehmen, findet dazu Informationen auf der Webseite.

Buchtipp: Raffael Kalisch – Der resiliente Mensch / Wie wir Krisen erleben und bewältigen

++++

Noch nicht genug? Hier geht es zur Videoreihe Inside Universitätsmedizin Mainz.

Wenn Euch diese Folge gefallen hat, hört Doch auch mal in diese Podcasts rein:

  • Unsere Kolleg:innen aus der Chirurgie geben spannende Einblicke ins Fach. Perfekt für alle, angehenden Mediziner:innen und Interessierte: Hier geht es zum Podcast Die Knochenschrauber.

  • Unsere Kolleginnen aus der Onkologie erzählen aus ihrem Alltag auf der Station: Ob selbst in der Pflege arbeitend, Patient:in oder einfach nur wissbegierig, warum die beiden ihren Job trotz aller Herausforderungen lieben - findet es heraus: Hier geht es zum Podcast Die Meenzer Onkoschwestern.

Transkript anzeigen

00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:00:03: Spannender Einblicke

00:00:04: für alle!

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight – UniversitätsMedizin Mainzz, die beliebte Serie weil es darum geht Menschen näher kennen zu lernen die an der UM Mainz arbeiten.

00:00:16: und heute ist es mir eine besondere Freude Professor Raphael Kahlisch zu begrüßen der bei uns das Neuro Imaging Center leitet.

00:00:23: wie schön dass sie da sind.

00:00:25: ich freue mich auch dazu sein

00:00:26: Neuroimagingcenter, was können sich unsere Zuhörer und Zuschauer darunter vorstellen?

00:00:31: Neuro-Imaging ist natürlich mal wieder so ein englischer Wissenschaftsjagran übersetzt.

00:00:36: Bildgebung des Gehirns oder das Nervensystem.

00:00:41: ganz vereinfacht gesagt der Kern des Ganzen ist dass wir vor allem Magnetresonanzdemografie durchführen.

00:00:47: Das kennt der eine oder die andere vom Besuch beim Radiologen.

00:00:50: da wird man so eine Röhre geschoben liegend Und dann wird der Körper gescannt.

00:00:55: Wir machen Bilder natürlich bei uns, dann vom Gehirn.

00:00:58: dafür sind wir spezialisiert.

00:01:00: Wir schauen uns die Struktur an die Gewebseigenschaften des Gehirns und auch die Funktionen.

00:01:04: Wir können also auch anschauen mit dieser Technik wie das Gehirng reagiert wenn wir im Aufgaben stellen, wenn wir die Personen in bestimmte Situation tun.

00:01:15: Das ist eine Methode die sehr aufwendig ist, sehr teuer.

00:01:19: Die auch nicht alle haben und die sich zum Beispiel einzelne Abteilung selbst gar nicht leisten könnten.

00:01:25: So haben wir da eine zentrale Plattform an der Universitätsmedizin, die eben diese Methode anbietet sowohl Abteilungen und Kliniken als auch an der Uni und außeruniversitären Instituten.

00:01:40: Was fasziniert Sie so sehr an den Neurowissenschaften?

00:01:42: Ist ja einer unserer Schwerpunkte Und wir verstehen das Gier noch so wenig.

00:01:48: Also den genetischen Kot ist entschlüsselt, aber wie Gedanken gespeichert werden, wie sie weitergegeben werden?

00:01:54: Wie weit sind Sie da in der Forschung und was sind Punkte die Sie gerade sehr interessieren?

00:02:00: Das ist tatsächlich das, was mich in die Hirnforschung gebracht hat.

00:02:04: Wie ist dieser Zusammenhang zwischen dem, was im Gehirn passiert?

00:02:08: Neuronalen Prozessen, Feuer-Nervenzellen – da werden Botenstoffe ausgeschüttet, da tut sich etwas und dann den menschlichen Erleben, was wir wahrnehmen.

00:02:18: Unser Bewusstsein unsere Gedankengefühle die wir haben?

00:02:22: das ist leider immer noch unverstanden.

00:02:24: ich dachte vielleicht vor zwanzig dreißig Jahren könnte man etwas dazu beitragen.

00:02:28: jetzt sind wir immer noch soweit dass wir sagen können Wir sehen diese Parallelität zwischen Hirnprozessen Und geistigen Prozessen zwischen erleben und Dingen die wir im Hirn an Aktivierung oder Aktivität messen können aber wir wissen nicht wirklich wie sich das ein ins andere übersetzt.

00:02:45: Wir können sagen, dass in bestimmte Hörnregionen da wird.

00:02:49: wahrscheinlich werden bestimmte Gedächtnisinhalte abgespeichert oder bestimmte Hirnregion operieren im Konzert, verstieden einem Netzwerkkonzert um bestimmte Leistungen zu erbringen.

00:02:59: aber so diese eigentliche philosophische Kernfrage ja was ist da der Zusammenhang?

00:03:04: Es gibt völlig unterschiedliche Sachen was materielles, was physikalisches und dann dieses subjektive Erleben.

00:03:10: wie das zusammenhängt wissen wir leider immer noch nicht.

00:03:11: ich würde Ihnen gerne heute mehr erzählt haben.

00:03:14: Dann machen wir es konkret vielleicht an einem anderen Beispiel.

00:03:16: Ich weiß, dass Sie sehr viel im Bereich Resilienz forschen und unterschiedliche Menschen reagieren unterschiedlich auf Stressoren und man hofft natürlich, dass man eine ausgeprägte Resilience hat.

00:03:28: Sie haben sogar ein Buch dazu geschrieben.

00:03:29: wenn sie kurz und prägnant zusammenfassen was sind die wesentlichen Erkenntnisse dies in den letzten zwei Jahren gab?

00:03:37: Und wenn ich mir gleich erlauben darf das kann man persönlich machen um seine Resilient zu stärken.

00:03:42: Also ein Kernbegriff ist eigentlich der Begriff, der Bewertung zwischen dem was uns geschieht, Preizen die auf uns einprasseln Situationen in denen wir sind und dem wie wir dann darauf reagieren.

00:03:54: In unserem Verhalten, in dem was wir sagen, in den was wir denken liegt immer noch so einen Art Freiheitsraum könnte man sagen.

00:04:01: das ist der Prozess indem diese Ereignisse mit denen wir konfrontiert sind bewertet werden, indem wir sie einschätzen.

00:04:08: Was bedeuten Sie für uns?

00:04:10: Und in diesem Freiheitsraum haben wir tatsächlich Möglichkeiten die Bewertung und damit unsere Reaktion ganz stark zu beeinflussen.

00:04:17: Es gibt diese Theorie, die auch in dem Buch dargestellt wird des positiven Bewertungsstils.

00:04:22: da geht es darum nicht ganz mit einer völlig rosa roten Brille durchs Leben zu laufen, also nicht überoptimistisch zu sein.

00:04:29: Nicht naiv zu sein in jede Falle zu tappen aber doch so ein bisschen die Fähigkeit zu kultivieren immer wieder auch die positive Dinge zu sehen und immer wieder Möglichkeiten vor allem Freiheitsräume zu erkennen und sich zu verschaffen und dieses Denken zu kulturieren beispielsweise auch indem man sich mal wieder klar macht was man vielleicht gut gemacht hat welche Erfolge man hatte Was man kann, welche Möglichkeiten es gibt.

00:04:59: Das auch dann selektiv zu erinnern sich weniger Gedanken zu machen um die vielen Misserfolge ja nicht versuchen perfekt zu sein.

00:05:07: So eine Art von Gedankenkultivierung ist ganz sicher etwas was uns sehr hilft was dann sogar unser Gehirn verändert.

00:05:14: das ist auch wieder spannend.

00:05:15: auf das vorherige zurückzukommen wir durch unser Denken, durch Veränderungen, Verdenken verändern wie auch wiederhören Prozesse.

00:05:23: Wir wissen immer noch nicht, wie.

00:05:24: Aber es scheint zu funktionieren.

00:05:26: Positive Einstellungen scheint ein wichtiges Momentum zu sein um sich zu stärken.

00:05:30: Jetzt haben Sie vorhin darüber gesprochen dass sie sehr gute Geräte haben also MRT-Untersuchung machen die teuer sind.

00:05:37: aber sie brauchen natürlich auch Menschen die bereit sind an den Studien auch teilzunehmen.

00:05:41: Wie finden Sie denn und wenn jemand interessiert ist?

00:05:44: Wie kann er sich ganz konkret an Sie wenden?

00:05:45: Ja wir haben eine schöne Webseite.

00:05:47: ist die Webseiten des Neuro Imaging Centers NEC Nick in unserem In unserem Kurz-Sprech, wenn man das eingibt, Nick Mainz kommt man auf unsere Webseite und findet eine Möglichkeit.

00:05:58: Und ich kann nur sehr dazu einladen – es macht viel Spaß!

00:06:01: Es ist auch wirklich eine interessante Erfahrung.

00:06:03: Man kriegt auch ein Bild seines Gehirns mit.

00:06:04: Das ist ja auch mal was Nettes.

00:06:06: Und vielleicht auch etwas, was die Bedeutung und die Popularität dieser Methode bedingt?

00:06:14: Wir sind wirklich einer der großen Durchbrüche in der Hirnforschung der letzten zwanzig, dreißig Jahre gewesen.

00:06:20: Dass wir ohne Strahlung, ohne irgendwas initiieren zu müssen nicht invasiv Hirnstruktur-, Hirneigenschaften- und Hirnenfunktion mit dieser Methode messen können?

00:06:29: Das eine ist ja nur die Bildgebung zu machen des Gehirns.

00:06:31: Also Sie wollen auch die Funktion darstellen.

00:06:33: also welche Hirnariale sind irgendwie angeregt?

00:06:36: wie muss ich mir so ein... Klassisches Instrument vorstellen, weil vielleicht die eine oder der andere fragt sich wie viel Zeit muss ich mitbringen und was passiert denn damit mir bei so einem Experiment?

00:06:47: Also Sie können zwischen wählen.

00:06:49: Ja sie haben zwischen halben Stunden bis zwei drei Stunden, die Sie bei uns zubringen kann auch noch andere Dinge machen.

00:06:55: Sie werden immer sehr gut vorbereitet werden.

00:06:58: Hilfreich ist es, dass vielleicht die einzige Einschränkung, wenn Sie nicht allzu viel Angst vor engen Räumen haben.

00:07:03: Weil sie eben in dieses Röhre reinkommen.

00:07:05: Sie liegen dann aber sehr bequem da.

00:07:06: Sie sind immer im Kontakt mit den Experimentatoren.

00:07:09: Das kann Ihnen beispielsweise passieren!

00:07:12: Ich bin Stress- und Resilienzforscher.

00:07:14: Wir fordern deswegen unsere Versuchsprobanden und Probandingern nochmal heraus.

00:07:19: Es kann Ihnen zum Beispiel passieren, dass wir ihnen über einen Spiegel auf den wir etwas projizieren, sehr unangenehme Bilder zeigen.

00:07:31: Oder es kann passieren, dass wir sie unter Stress setzen, denen wir die schwierige Aufgabe lösen lassen.

00:07:37: Es gibt auch angenehmere Experimente.

00:07:39: Wir haben viele Kolleginnen und Kollegen aus anderen Abteilungen, die ebenfalls bei uns forschen in dieser Plattform, diesen Dienstleistungszentrum.

00:07:46: Die lassen Sie vielleicht dann einfach mal eine halbe Stunde im Scanner sich ausruhen.

00:07:50: Das ist auch okay.

00:07:51: Zeigen Ihnen vielleicht schöne Filme oder lassen Sie Interessanten motorischen Aufgaben lösen.

00:07:58: Ich glaube, es ist wichtig sich zu vernetzen mit anderen Forschenden und da scheint ja die Rhein-Main-Region sehr aktiv zu sein.

00:08:03: Welche Vernetzung gibt es?

00:08:05: Und was sind die Aufgaben, die sie stellen?

00:08:08: oder an was forschen Sie?

00:08:09: Wann erhoffen sich da weitere Durchbrüche?

00:08:11: Es war auch etwas, das mich selbst vor etwa über zehn Jahren jetzt nach Mainz geholt hat.

00:08:16: Das hier so ein unglaublich aktives Netzwerk von Forscherinnen und Forschern in Neurowissenschaften gibt, dass ich eben aus der Universitätsmedizin hinaus aber Universität erstreckt die Biologen beispielsweise dort, auf außeruniversitäre Institut.

00:08:30: Wir haben neue außeruniversitäre Institute zum Beispiel das Leibniz-Institut für Resolienzforschung aufgebaut und dann haben wir aber auch noch einen unglaublich starken neurowissenschaftlichen Forschungsschwerpunkt in Frankfurt.

00:08:43: In Frankfurter und Frankfurtern machen wir sehr viel zusammen ist also eine ganz tolle spannende Forschungslandschaft und so ein wichtiger.

00:08:54: Ein wichtiges Motto, ein wichtiger Zentralgedanke ist, dass das Gehirn eben nicht in kleinen Parzellen funktioniert.

00:09:00: Die einzeln für sich irgendwas tun, denn das Gehörn eigentlich an sich selbst organisierendes System ein Netzwerk ist von Regionen und von Zellen die miteinander reden.

00:09:09: Und das liegt dann auch wiederum größeren Forschungsientiven zu Grunde.

00:09:14: Sie wissen wir haben einen Sonderforschungsbereich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft beispielsweise zu solchen Netzwerken Balanceprozessen, es ist ein weiterer in Vorbereitung.

00:09:24: Wir sind da sehr optimistisch das Kolleginnen hier aus Mainz da sehr erfolgreich sein werden und es geht also immer um die Frage wie sich letztendlich dieses Gehirn organisiert um Leistung zu erbringen um uns durch die Umwelt zu navigieren und mit Herausforderungen fertig zu werden.

00:09:42: Man spürt wie viel Freude Ihnen das macht?

00:09:43: Wie Forschung auch spannend ist.

00:09:46: Eine abschließende Frage, die vielleicht auch persönlich ist.

00:09:48: Sie haben ja so viel über das Gehirn geforscht und sich Gedanken über Resilienz gemacht.

00:09:52: Wir können nicht ohne Stressoren durchs Leben gehen.

00:09:54: Was machen sie persönlich ganz konkret um Resilienter zu sein?

00:09:59: Ich

00:10:00: versuche tatsächlich das zu tun was ich predige Das heißt ich versucht tatsächlich auch bewusst zu sein Mir bewusst zu machen was ich denke wie ich reagiere das zu analysieren Und dann eben doch auf die positiven Dinge zu schauen.

00:10:17: Und Resilienz ist auch so ein bisschen eine selbst erfüllende Prophezeiung.

00:10:20: Das heißt, wenn ich von mir ein gewisses Selbstbild aufbaue, dass sich eigentlich ganz gut mit Situationen klarkommen und das immer wieder füttert dadurch, dass ich mich an Erfolge erinnere dann hat es eine gewisse Wirkung, so eine Art... Ja, es manifestiert sich fast als eine Eigenschaft die mir dabei hilft mit Herausforderungen ganz gut umgehen zu können.

00:10:45: Und es ist so ein bisschen eine Gedankenarbeit, die sich aber lohnt.

00:10:49: Vielen Dank für das Gespräch!

00:10:51: Ich danke Ihnen ebenfalls, hat mir viel Spaß gemacht.

00:10:54: Meine sehr verehrten Damen und Herren.

00:10:55: heute haben wir viel gelernt über Resilienz wie wir stressresistenter werden und dort eine positive Einstellung ist etwas ganz Wichtiges.

00:11:03: Wenn Sie selbst mehr über Ihren Resilience-Faktor und wie sie sich stärken können wissen wollen dann können Sie sich auch als Proband melden bei unserem Neuroimaging Center.

00:11:12: Dazu laden wir sie herzlich ein und wir laden Sie ebenfalls ein, in vierzehn Tagen wieder einzuschalten wenn es heißt Inside Universitätsmedizin Mainz.

00:11:23: Wenn euch der Beitrag gefallen hat abonniert Inside Universität Medizin MainZ über einen Podcast Anbieter eurer Wahl.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.