Medizin Aktiv – Gemeinsam in Bewegung bleiben

Shownotes

Die Faszination für die Bewegung und die Anpassungsfähigkeit des Körpers an diese Bewegung treiben mich an“, berichtet Dr. Ulrich Betz, Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation (IPTPR) im Gespräch mit Prof. Dr. Ralf Kiesslich.

In Bewegung und aktiv zu bleiben, ist auch die Prämisse des Programms Medizin Aktiv, das Ulrich Betz mit seinem Team initiiert hat. „Wir wissen inzwischen, dass es auch im Krankenhaus, während der Erkrankung, besser ist, aktiv zu bleiben“, sagt Ulrich Betz. „Eine ganz neue Vorstellung.“ Dazu müssen in der Klinik Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Patient:innen überhaupt erst ermöglichen, aktiv zu sein.

Das Ergebnis ist sehr überzeugend: „Vor fünf Jahren mussten Patientinnen und Patienten, die eine Hüft- oder Knieprothese bekommen haben, 13 Tage im Krankenhaus bleiben, heute sind es zwei bis drei Tage – und dann sind die Patientinnen und Patienten in einer besseren funktionellen Situation als damals nach 13 Tagen.“ Dies gelingt, indem die Patient:innen während des gesamten Aufenthalts aktiv in Bewegung bleiben und bereits am Tag der OP das Bett selbständig verlassen. Am Ende verrät Ulrich Betz auch, wie er in Bewegung bleibt – er integriert Bewegung in seinen Alltag und fährt Tag für Tag mit dem Fahrrad zur Arbeit.

Weitere Information zu "Medizin Aktiv" gibt es hier.

++++

Noch nicht genug? Hier geht es zur Videoreihe Inside Universitätsmedizin Mainz.

Wenn Euch diese Folge gefallen hat, hört Doch auch mal in diese Podcasts rein:

  • Unsere Kolleg:innen aus der Chirurgie geben spannende Einblicke ins Fach. Perfekt für alle, angehenden Mediziner:innen und Interessierte: Hier geht es zum Podcast Die Knochenschrauber.

  • Unsere Kolleginnen aus der Onkologie erzählen aus ihrem Alltag auf der Station: Ob selbst in der Pflege arbeitend, Patient:in oder einfach nur wissbegierig, warum die beiden ihren Job trotz aller Herausforderungen lieben - findet es heraus: Hier geht es zum Podcast Die Meenzer Onkoschwestern.

Transkript anzeigen

00:00:00: Insight Universitätsmedizin Mainz.

00:00:03: Spannender Einblicke für alle!

00:00:07: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight-UniversitätsMedizin MainZ.

00:00:11: Heute geht es um das Thema Bewegung und eingeladen ist Herr Dr.

00:00:15: Ulrich Beetz, der das Institut für Physikalische Therapie hier an der Universität Medizin in Mainz leitet.

00:00:21: Schön dass Sie da sind.

00:00:22: Ganz herzlich Dank!

00:00:24: In Ihrem Institut geht es ja nicht nur um die physikalische Therapie, sondern auch um die Prävention und die Rehabilitation.

00:00:30: Was treibt Sie an diese Dinge immer weiter zu beforschen und neue Konzepte anzubieten?

00:00:36: Es ist eine Faszination für die Bewegung und für die Anpassungsfähigkeit des Körpers an dieser Bewegung.

00:00:42: Ich möchte auf den Kontrast hinweisen.

00:00:45: wenn wir eine Maschine benutzen unseren Drucker zu Hause dann nutzt er sich ab und er geht kaputt.

00:00:51: Und der menschliche Organismus, der es genial.

00:00:54: er antwortet mit Anpassung auf Bewegungen.

00:01:01: Er optimiert sich, profitiert von Bewegung und Belastung.

00:01:05: Das ist eine wahnsinnig tolle Eigenschaft die Sportler nutzen wenn sie... Leistungen verbessern wollen, die wir in der Therapie benutzen wenn Patienten durch Erkrankungen, Leistungsdefizite oder Funktionsdefiziten erlangt haben.

00:01:22: und es ist genauso faszinierend wie im Sport was durch Bewegung da zu erreichen ist.

00:01:28: Deswegen machen würde ich so gerne

00:01:29: Sie haben ein eigenständiges Institut an der Universitätsmedizin Mainz.

00:01:33: Was bedeutet das für Ihr Team?

00:01:35: Welche Vorteile haben sie dadurch, weil das ist ja wohl etwas was es anderen Unikliniken so nicht gibt.

00:01:41: Ja wir sind in einem Entwicklungsprozess.

00:01:44: Wir wollen eine verantwortliche Profession werden sowie dass die Gutachter Für die Entwicklung im Gesundheitssystem Das auch fordern Prozess, wo wir Innovationszentren brauchen, universitäre Innovationscentren brauchen.

00:02:04: Und als solches sehen wir unser Institut und das ist auch gut für unsere Patienten.

00:02:09: Wir haben ungefähr sechseinfünfzig Patienten in Behandlung jeden Tag weil diese Innovationen die wir arbeiten dann direkt beim Patient noch

00:02:16: ankommt.

00:02:16: Sie sind selbst Physiotherapeut, haben aber promoviert in Medizin.

00:02:21: Also die Akademisierung selber auch vorangetrieben?

00:02:24: Wie machen sie das für ihre Kollegen und was bieten Sie im Institut an um auch die Akademisierung weiter zu fördern?

00:02:30: Ja wir würden sehr gerne einen eigenen Studiengang anbieten, haben den auch entwickelt.

00:02:34: Es sind ja auch in vielen Gesprächen mit der Universität und der Landesregierung.

00:02:38: Im Moment ist es leider so obwohl alle Die Akademisierung fordern ist auch der internationale Standard, der Bachelorabschluss.

00:02:47: Ist im Moment die finanzielle Ressource nicht gegeben um diesen Studiengang anzubieten.

00:02:52: wir bleiben aber da weiter dran.

00:02:54: Wir haben jetzt die Hebamme Situation wo ja das Studiengang als Ausbildungsniveau eingeführt wurde und das sehen wir für die Völtarbeuten, die Ergotabeute, die Logopäden.

00:03:06: Sie haben ein Programm initiiert an der Unimedizin in Mainz.

00:03:08: Es nennt sich Medizinaktiv und das hat ganz viel mit Bewegung zu tun, um den Patienten mit Bewegungen eine bessere Prognose oder eine bessre Möglichkeit im Krankenhaus zu bieten.

00:03:20: Was kann man sich darunter vorstellen?

00:03:22: Ja es ist so dass wir inzwischen wissen, dass es auch während der Erkrankung auch im Krankenhäus besser ist aktiv zu bleiben.

00:03:28: Ganz neue Vorstellungen.

00:03:30: für viele ist ja so, dass sie ins Krankenhaus gehen und denken ich liegt da im Bett und werde gesund gemacht.

00:03:35: Das ist überholt.

00:03:37: Das müssen wir aber auch ermöglichen, indem wir Rahmenbedingungen schaffen in dem der Patient überhaupt aktiv sein kann.

00:03:43: Das heißt, wir müssen ihn darauf vorbereiten.

00:03:45: Wir müssen die Intervention so durchführen dass sie tatsächlich Belastbarkeit erzeugt das der Patient auch tatsächlich mobil sein kann und wir müssen dafür sorgen dass er wenig Schmerzen hat dass ihm nicht übel ist, er keinen Schwindel empfindet.

00:03:59: Dass er Energie hat um seine Aktivität auch auszuführen.

00:04:03: wir müssen ihn da begleiten und motivieren.

00:04:06: Das bedeutet das wir unseren Behandlungsprozess im Krankenhaus überdenken müssen Nicht nur fokussieren auf wie funktioniert das als gute Medizin sondern gleichzeitig immer noch im Auge samt kann der Patient dabei in Bewegung bleiben.

00:04:22: Ein Beispiel, wenn ich eine Anesthesieform wähle die ihren Schmerz im Knie optimal reduziert.

00:04:28: Der Patient muss aber gleichzeitig für diese Methode im Bett liegen dann widerspricht das diesem Konzept und ich sollte eine andere schmerzlindende Methode wählen.

00:04:39: Was mich beeindruckt hat, letztens als ich die Orthopädie besuchte, dass ich gesehen habe das Patient noch vor ihrer Operation geübt haben.

00:04:45: Dass es Laufbänder gibt, die direkt neben dem Operationssaal sind und dass ihr Team auch im Auffachraum schon aktiv ist und die Menschen kurz nach der Operation unterstützen wieder aufzustehen wenn sie dort ein Vergleich setzen wollen.

00:04:58: Vor fünf Jahren Hüfteroperation und heute wie hat sich das geändert?

00:05:04: Und wie schnell sind die Patienten wieder zu Hause nach so einer Operation?

00:05:08: Vor fünf Jahren waren wir ziemlich genau bei dreizehn Tagen Aufenthaltszeit für Hüft- und Knieprothesenpatienten.

00:05:15: Heute liegt die bei zwei bis drei Tagen, und es ist nicht so dass die Patienten einfach nur früher entlassen werden sondern sie sind in einer besseren funktionellen Situation als damals nach dreizehntagen.

00:05:25: Und das schaffen wir dadurch, dass wir die Patienten während des Prozesses in Bewegung halten.

00:05:30: schon am OP-Tag Verlässt der Patient selbstständig das Bett.

00:05:34: Nicht wir bewegen ihn aus dem Bett, er steht auf!

00:05:38: Wir begleiten ihn dabei und sagen ihm, dass man das machen kann.

00:05:41: Aber er hat die Überzeugung und die Fähigkeit es selbst zu machen und es funktioniert.

00:05:47: Es klingt alles sehr positiv aber wir haben eine älterwährende Bevölkerung hochbetagte Patienten.

00:05:53: ist es auch für diese oft fragilen Patienten das Richtige sich durchzubewegen und rasch aus den Bett zu kommen?

00:05:59: Raschaus und Bett bekommen ist für jeden wichtig, gerade die schwer betroffenen Patienten, dem multimorbiten Patienten.

00:06:07: Allerdings ist es natürlich irgendwann eine Grenze erreicht, dass der Patient das selbständig machen kann.

00:06:11: Dann wird er Unterstützung brauchen.

00:06:13: dafür haben wir ja auch im Krankenhaus die Möglichkeit ihn bei der Aktivität dann auch zu unterstützen.

00:06:18: Die eigene Aktivitäten so wie wir es beim Medizinaktivprojekt primär wollen wird dann grad wenn es kognitive Störungen gibt irgendwo an ihre Grenzen kommen.

00:06:29: Wenn Sie in die nächsten fünf Jahre schauen, was wollen Sie mit Ihrem Team noch erreichen?

00:06:33: Wo gibt es noch Ansätze zur Verbesserung?

00:06:36: Ja ich glaube das ist eine lange Zeit braucht bis diese Vorstellung von Krankenhaus sich bei den Patienten grundsätzlich verändert hat.

00:06:45: Es hat sich über Jahrzehnte eingeschliffen dass ich dahingehe und gesund gemacht werde Und natürlich leisten wir unseren Beitrag, dass der Patient gesund wird.

00:06:55: Aber er kann mithelfen und er soll mithalten.

00:06:57: Er muss mithelfen, indem er aktiv ist.

00:07:00: Ich glaube, dass wir noch sehr viele Prozesse verändern können, verbessern können, optimieren können.

00:07:06: das im Patienten des Leichterfelds werden hoffentlich eine Entwicklung erleben, dass die Patienten das schon als Anforderung mitbringen und als Bereitschaft mitbringen.

00:07:17: Und nicht mehr überrascht sind, dass sie auf ein aktives Krankenhaus treffen.

00:07:21: Erlauben Sie mir eine persönliche Frage zum Schluss?

00:07:23: Was machen Sie selbst als Bewegung und warum glauben Sie tut Ihnen das so gut?

00:07:29: Ich habe mich entschieden es in meinen Alltag zu integrieren.

00:07:31: Früher war ich fünfzehn Jahre im Sportverein.

00:07:34: da hatte so eine seine Regelmäßigkeit gehabt.

00:07:36: aber dann kommt mein Beruf Arbeitet lang und dann ist man zu Abend.

00:07:41: Und dann ist es schwer, noch mal in Bewegung zu kommen.

00:07:44: Deswegen versuche ich die Bewegungen in meinen Alltag zu integrieren.

00:07:47: Ich wohne in Niederolm hier die Universitätsmedizin hin und zurück das sind so fünfundzwanzig Kilometer fahre ich seit Jahrzehnten mit dem Fahrrad ohne Elektroantrieb.

00:07:58: Das tut mir einfach gut.

00:08:01: Und ich glaube dass für jeden so ein guter Kniff letztlich, nicht sich einzeln zu überlegen.

00:08:08: Was mache ich heute für eine Aktivität?

00:08:10: Sondern wenn man es ritualisiert in seinen Alltag integriert.

00:08:15: Vielen Dank für das interessante Interview!

00:08:17: Gerne.

00:08:18: Heute haben wir gelernt bei Inside-Universitätsmedizin Mainz, dass nicht das Krankenhaus einfach gesund macht sondern dass man selber was dafür tun kann aktiv zu werden und wie man das macht.

00:08:28: Das zeigt Ihnen das Team von Dr.

00:08:29: Ulrich Beetz im Institut für Physikalische Therapie und da geht es auch um Prävention vorher etwas zu tun als auch nach dem Eingriff für die Rehabilitationen.

00:08:40: Und wenn Sie nächste Woche wieder einschalten gibt es sicherlich wieder ein Thema was mindestens so interessant ist wie heute.

00:08:47: Wenn euch der Beitrag gefallen hat, abonniert Inside Universitätsmedizin Mainz über ein Podcast Anbieter eurer Wahl.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.