Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
Shownotes
„Kinder sind keine kleinen Erwachsenen“, beschreibt Prof. Dr. Corinna Grasemann in einem Satz die Herausforderungen ihres Faches und erläutert: „Dieser Spruch will verdeutlichen, dass bei uns so vieles anders ist als in der Erwachsenenmedizin. Beispielsweise sind viele Medikamente, die wir einsetzen, gar nicht zugelassen für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen. Wir haben da andere Herausforderungen.“
Mit ihrem Schwerpunkt Seltene Erkrankungen kann Corinna Grasemann in Mainz auf eine lange Tradition aufbauen: „Mainz war der Vorreiter in der Behandlung von Kindern mit Seltenen Erkrankungen.“ Wissenschaftlich beschäftigt sie sich vor allem mit der Versorgungsforschung: Gerade ist das Projekt B(e) NAMSE gestartet – ein Projekt zur Verbesserung der ambulanten Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Seltenen Erkrankungen. „Wir möchten den Menschen vor allem Schulungen anbieten, damit sie Expert:innen ihrer eigenen Erkrankung werden können.“
Insgesamt deckt die Kinderklinik ein sehr breites Spektrum ab – jede Fachdisziplin ist innerhalb der Klinik abgebildet. „Wir behandeln die ganze Breite der Erkrankungen, die im Kindes- und Jugendalter auftreten können“, sagt Corinna Grasemann.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.
00:00:03: Spannender Einblicke für alle!
00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight UniversitätsMedizin MainZ.
00:00:11: Heute geht es um die Kinder und Jugendmedizin.
00:00:14: uns mir eine ganz besondere Freude, Frau Prof.
00:00:17: Corinna Grasemann zu begrüßen.
00:00:19: wie schön dass Sie bei uns sind.
00:00:20: Vielen Dank für die Einladung.
00:00:21: ich freue mich sehr.
00:00:22: Sie sind ja unsere neue Klinikdirektorin, genau für die Kindermedizin und Jugendmedizin.
00:00:28: Und diese Stelle war doch etwas länger vakant in Mainz.
00:00:31: Wie haben sie das Ankommen erlebt?
00:00:33: Welche Eindrücke hatten Sie?
00:00:36: Ich bin sehr herzlich hier willkommen geheißen worden.
00:00:39: Das war nicht nur von den Mitarbeitern dann in der Kinderklinik so sondern auch in der ganzen Universitätsmedizine und tatsächlich darüber hinaus.
00:00:46: also die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen durfte ich schon kennenlernen.
00:00:53: Und auch die anderen Klinikdirektoren in Rheinland-Pfalz haben sich schon bei mir gemeldet und wir durften uns kennenlernen.
00:00:59: Ich habe das Gefühl, hier ist eine wirklich tolle Willkommenskultur in Mainz.
00:01:03: Wir freuen uns sehr, dass Sie da sind also wie ja die Universitätsmedizin Mainz, dass sie Teil des Teams sind.
00:01:10: was macht die Faszination Kinderärztin aus?
00:01:13: Warum haben Sie sich dafür entschieden?
00:01:14: Was ist es besonderer an Ihrem Fach?
00:01:19: Kindermedizin und ich, das war so ein bisschen lieber auf den zweiten Blick tatsächlich.
00:01:23: Weil das Besondere an der Kinderheilkunde ist ja dass man sich nicht nur mit dem Kind sondern mit der ganzen Familie beschäftigt und das ist durchaus komplex.
00:01:33: dann entwickeln sich Kinder.
00:01:34: wir sind sowohl mit früh geboren mit Frühstgeborenen beschäftigt mit Jugendlichen Und diese Entwicklung über die Zeit ist sehr herausfordernd und diese Komplexität hat mich Als junge Frau nach dem Medizinstudium erst ein bisschen abgeschreckt, muss ich sagen.
00:01:50: Das ist aber genau das, wo ich jetzt total dran hänge, dass wir die Möglichkeit haben mit so einem ganzen Team Medizin zu machen und das glaube ich auch gutmachen können.
00:02:01: Ich höre manchmal halt, dass man sagt Kinder sind kleiner Erwachsener – aber das stimmt ja nicht!
00:02:07: genau adaptiert, zum Beispiel Medikamente geben oder Therapien auch adaptieren die es vielleicht in der Erwachsenenmedizin gibt.
00:02:14: Welche Herausforderung gibt es denn dort?
00:02:16: Denn so viele Studien und Erfahrungen gibt das ja einfach nicht bei manchen Erkrankungen.
00:02:20: wie gehen Sie damit im Alltag um?
00:02:23: Ja Kinder sind genau keine kleinen Erwachsenden und dieser Spruch will irgendwie verdeutlichen dass bei uns so vieles anders ist als in der erwachsenen Medizin.
00:02:32: wir haben Viele Medikamente sind gar nicht zugelassen für die Behandlung bei Kindern und Jugendlichen.
00:02:39: Wir Pediater sind immer mit viel Off-Label-Medikationen beschäftigt, das ist was, dass in der Erwachsenenmedizin ganz ungewöhnlich ist, dass man Medikamenter einsetzt, die gar nicht zugelassen sind für die Dinge, die da behandelt werden sollen.
00:02:55: Wir haben da andere Herausforderungen als wir das in der erwachsenden Medizin
00:03:00: kennen.".
00:03:01: Jede neue Klinikdirektorin, jeder neue Klinektirektor bringt ja auch etwas Neues mit nach Mainz.
00:03:06: Und bei Ihnen ist das sicherlich das Thema seltene Erkrankung und da hätte ich eine Frage dazu.
00:03:12: Vielleicht können Sie uns einen Fall oder etwas schildern, wo sie mit einem Kind eine Interaktion oder eine Behandlung hatten die das Thema Selteneerkrankungen vielleicht illustriert?
00:03:24: Ja, mit dem Thema Seldener Erkranken bring' ich gar nichts Neues nach Mainzz sondern Mainzz ist... der Vorreiter gewesen in der Behandlung von Kindern mit seltenen Erkrankungen tatsächlich.
00:03:37: Professor Spranger, der Vor-Institutsleiter wird oft auch als Begründer der klinischen Pediatrie bezeichnet.
00:03:47: Der hat sich mit selteren Skeletterkrankungen beschäftigt.
00:03:50: Das ist jetzt zufällig auch mein Themenschwerpunkt, mit dem ich mich in den letzten Jahren beschäftigt habe und ist international bekannt gewesen für seine unglaubliche Expertise an einem Röntgenbild direkt erkennen zu können, was für eine Skelettdysplasie-Erkrankung das sein könnte.
00:04:10: Und das ist so eine typische hochspezialisierte Expertise in einer bestimmten seltenen Erkrankungen, einem bestimmten Seltenenerkrankungsspektrum.
00:04:21: Wir sehen das in der Kinderheilkunde total häufig.
00:04:24: Und ich glaube, dass ist auch gut bekannt.
00:04:26: Wir haben im Neugeborenen-Screening Erkrankungen die sehr selten sind und die wir jetzt finden können.
00:04:34: Das einfachste Beispiel dafür ist die angeborene Hypothyriose, das Fehlender Funktionen der Schilddröse.
00:04:41: Wenn man das im Kindes- und Jugendalter hat ... Muss man das so schnell wie möglich erkennen, weil wenn der Körper kein Schildrüsenhormon hat?
00:04:50: Dann können sich diese Kinder nicht gut entwickeln und dann wird vor allen Dingen die Gehirnentwicklung nachhaltig geschädigt.
00:04:57: Und das kann man auch nicht wieder aufholen!
00:05:01: Kästen wir alle Neugeborenen, die zum Beispiel in der Frauenklinik auf die Welt kommen.
00:05:06: Und wenn sie auffällig sind im neugeborenen Screening, kommen die sofort zu uns – das ist auch gerade eben wieder passiert und bekommen Schilddrüsenhormonen und können sich dann ganz normal entwickeln.
00:05:16: Das ist sehr schön!
00:05:18: Das ist eine sehr seltene Erkrankung aber man muss es halt erkennen und behandeln.
00:05:22: Ja, Sie bauen auf eine große Tradition auf und das ist sicherlich in Mainz gegeben.
00:05:26: Aber sie geben ja gerade neue Impulse auch gerade wie die Forschung im Bereich seltener Erkrankungen sich weiterentwickeln wird.
00:05:33: Buttern arbeiten Sie grade.
00:05:34: was sind vielleicht noch die ungelösten Probleme?
00:05:37: dies gilt jetzt an zu packen?
00:05:41: ist ein weites Feld, was Sie hier ansprechen.
00:05:43: Und tatsächlich glaube ich, dass wir in einem wunderbaren Zeitalter im Moment sind weil wir mit den neuen Therapiemöglichkeiten die sich über die Forschung entwickeln mit der Gen- und Zelltherapie aber auch mit der mRNA-Therapie Möglichkeiten bekommen das wir gezielt am Ursprung der Erkrankungen behandeln können werden Und für die Vielzahl der seltenen Erkrankungen, die es gibt.
00:06:09: Wir haben achttausend unterschiedliche seltene Erkranken, die überwiegend angeboren sind und in der Kindheit schon auftreten, bietet sich hier die Möglichkeit ganz viel Prävention zu machen.
00:06:21: Und wir haben an der Universitätsmedizin Arbeitsgruppen, die da auf allerhöchstem Niveau dran arbeiten.
00:06:28: Da bin ich sehr gespannt wie das weitergeht.
00:06:30: Das ist ein wichtiger Teil meiner eigenen... Forschungsarbeit.
00:06:34: und das, was wir jetzt als nächstes umsetzen ist viel Versorgung.
00:06:39: Versorgungsforschung kümmert sich darum wie die medizinische Versorgungen so verbessert werden kann für die Patientinnen und Patienten dass das Ergebnis besser wird, dass es den Menschen besser geht, dass sie gesünder ins weitere Leben gehen können.
00:06:56: Und da haben wir ein großes Projekt, was jetzt startet, d.h.
00:06:59: Bi-Namze von Kindern und Jugendlichen mit seltenen Erkrankungen, in denen wir versuchen eine gezieltere Versorgung anzubieten.
00:07:13: Und vor allen Dingen den Menschen Schulungen anzubiten damit sie Expertinnen ihre eigenen Erkankungen werden können.
00:07:20: Seltenen Erkrankungen sind gar nicht so selten, habe ich von Ihnen gelernt und nehme ein großes Spektrum auch innerhalb Ihrer Klinik ein.
00:07:27: Bevor wir uns über dieses Gesamtspektrum Ihrer Klinge unterhalten.
00:07:31: aber nochmal die Nachfrage zu den seltenenerkrankungen und der Villa Metabolica, die Sie jetzt mit verantworten, welches Angebot gibt es dort?
00:07:40: Ja das ist ein sehr gutes Beispiel für eine hochspezialisierte Medizin im Bereich bestimmter seltener Erkrankungen.
00:07:47: Die Villa-Metaboliker beschäftigt sich insbesondere mit seltenen Stoffwechselerkrankungen und damit sind nicht metabolische Erkränkungen des späteren Erwachsenen altersgemeins, sondern angeborene zum Beispiel fehlende Enzyme die dann zu Stoffwexelerkrankung führen.
00:08:03: Übrigens ist die Fenylketonorie die erste Erkrankung gewesen, die überhaupt im neugeborenen Screening aufgenommen worden mit Behandelt wird.
00:08:16: Das ist ein international auch anerkanntes Expertisezentrum, wir sind da Mitglied im Europäischen Referenzzentrum für seltene metabolische Erkrankungen.
00:08:26: das ist toll für die Universitätsmedizin es uns in der Endokranologie tatsächlich auch gelungen und Wir behandeln über die ganze Lebensspanne hinweg weil oft die Weiterbehandlung fehlt für die erwachsen werdenden Patientinnen und Patienten.
00:08:43: Jetzt mache ich nochmal das Spektrum aufmachen, neben den seltenen Erkrankungen.
00:08:46: Also von der Geburt bis hin ins Jugendalter von ganz leichten Erkränkungen bis zu den schwersten Erkranken ist es so ein unglaublich breites Spektrom!
00:08:57: Wie schafft man das mit solch einer Vielzahl von Erkranke auch umzugehen?
00:09:01: und wie sind Ihre Teams aufgestellt?
00:09:03: Das schafft man tatsächlich nur, wenn man so ein großartiges Team hat wie wir das hier in Mainz haben.
00:09:08: Wir haben tatsächlich jede Fachdisziplin abgebildet in unserer Klinik auf sehr hohem Niveau und wir behandeln die ganze Breite der auch seltenen, aber vielleicht auch häufigen Erkrankungen die im Kindes- und Jugendalter auftreten.
00:09:26: Tatsächlich von den Frühgeborenen bis wir sie abgeben in die Weiterbehandlung der erwachsenden Medizin wenn es sich um chronisch komplexe Erkranken handelt.
00:09:36: Aber wir sind auch der Grundversorger so sagen wir immer.
00:09:39: Wir sind auch zuständig Wenn das eigene Kind krank wird Und es gibt ja auch nicht Zerhältnisse sondern So häufigere Erkrankungen im Kindesalltag sind Infektionskrankheiten, Durchfallerkrankung oder Atemwegserkrankungen.
00:09:53: Die werden so schlimm, dass man ins Krankenhaus muss und alle diese Kinder kommen auch zu uns und werden bei uns wunderbar behandelt.
00:10:01: Wo sehen Sie denn die meisten Überlappungen?
00:10:03: Ich könnte mir vorstellen zur Kinderchirurgie natürlich aber auch zu anderen Fächern.
00:10:07: wo ist die Kooperation sehr stark ausgeprägt?
00:10:10: Das ist ja eine Besonderheit, die wir haben.
00:10:12: Dass wir nicht nur Kinderhälkunde und Jugendmedizin in dem Gebäude haben sondern auch die Kinderschirurgie, die Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychosomatik und dann auch noch eine toll spezialisierte Kinderradiologie Ganzes Spektrum an kindermedizinischen Fachrichtungen und wir arbeiten alle zusammen.
00:10:33: Das Kernstück ist wahrscheinlich unsere große und tolle Intensivstation, auf der wir die Patienten versorgen können.
00:10:39: Wir haben natürlich eine enge Kooperation mit der Frauenklinik Mit der Geburtshilfe Und wir haben aber auch in vieler andere Fachdisziplinen In die Unfallschirurgie, Orthopädie Augenhellkunde HNO Um nur einige zu nennen Eine ganz enge kooperation um zu sehen dass wir die Kinder voll umfänglich versorgen können?
00:10:59: Ich glaube, es ist ein ganz weites Spektrum was Sie dort haben.
00:11:02: Sie sind aber nicht nur tätig in der Krankenversorgung, nicht nur in der Forschung sondern auch in der Lehre und auch die Ausbildung von neuen Kinderärzinnen und Kinderärzen.
00:11:12: Wie liegt ihm am Herzen?
00:11:13: Was haben sie davor?
00:11:14: Welche neuen Impulse haben sie vor?
00:11:16: Ja, da denke ich ist die Digitalisierung ein wichtiges Thema um das wir uns kümmern müssen und was mir persönlich sehr am Herzen liegt es auch eine enge Einbindung der Studierenden in die Abläufe sowohl in der Klinik als auch im Zentrum für seltene Erkrankungen weil man da tatsächlich in der Kinderheilkunde ganz wunderbar wie Dr.
00:11:39: Haus sich mit seinem Wissen darum kümmern kann, Diagnosen zu stellen, Therapien herauszutüfteln und den weiteren Verlauf eine Zeit lang zu begleiten?
00:11:49: Wir haben das schon mal entwickelt so etwas und es ist sehr gut angekommen bei den Studierenden und da hoffe ich dass wir das hier bald wieder ins Leben rufen können.
00:11:58: Ja vielen Dank für dieses hochinteressante Interview.
00:12:01: am Ende noch so eine persönliche Frage!
00:12:03: Wie halten Sie's denn mit der Mensa fassenacht?
00:12:05: was sind da Ihre Erwartungen?
00:12:08: Das gucke ich mir mal an, da freue ich mich schon sehr drauf.
00:12:10: Das ist was ganz Neues für mich!
00:12:13: Ja vielen Dank für das Gespräch!
00:12:15: Sehr gerne!
00:12:16: Ja meine sehr verehrten Damen und Herren Kinder sind eben nicht kleine Erwachsene sondern individualisiert muss man auf sie eingehen und von seltenen Erkrankungen bis zum Gesamtspektrum der Erkrankung die im Kindesalter vorkommen.
00:12:28: dafür müssen wir bereit sein und es war wunderbar von Frau Prof.
00:12:32: Corinna Grasemann, Insights zu hören über die Unimedizin und über die Kinderklinik und die vielfältigen Interaktionen, die dort stattfinden?
00:12:40: Und wenn Sie Lust haben wieder hineinzuhören in eine neue Folge Insight-Universitätsmedizin Mainz dann schalten Sie wieder ein – in vierzehn Tagen!
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