Anästhesiologie – ein Fach mit vielen Säulen
Shownotes
Seit Oktober 2025 ist Prof. Dr. Nana-Maria Wagner Direktorin der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz. „Viele besondere Aspekte“ haben sie bewogen, sich für den Standort Mainz zu entscheiden, verrät sie im Gespräch mit Ralf Kiesslich: „Wir vertreten die operative Anästhesiologie und Intensivmedizin und dürfen die boden- und luftgebundene Rettung mitgestalten. Dadurch haben wir die gesamte Rettungskette und innerklinische Weiterversorgung mit in unserer Hand. Das macht den Charme hier am Standort für unser Fach aus.“
Patient:innen als Notärzt:innen erstzuversorgen und während des Klinikaufenthalts zu begleiten, ist für Nana-Maria Wagner darüber hinaus „eine unheimlich dankbare Aufgabe, die aber auch die Herausforderung hat abzuwägen, ob das, was die Hochleistungsmedizin bieten kann, im Einzelfall auch sinnvoll ist.“ Ein sogenanntes Patient Blood Management in Mainz umfassend umzusetzen, liegt Nana-Maria Wagner besonders am Herzen: Ziel ist es, die Anzahl von Bluttransfusionen während einer Operation zu verringern. Hierfür werden Patient:innen vor einer Operation gezielt auf verschiedene Formen einer Blutarmut untersucht. Liegt eine solche Blutarmut vor, wird diese noch vor der Operation ausgeglichen.
In Mainz ist Nana-Maria Wagner schon nach wenigen Monaten angekommen und „richtig Mainzerin geworden. Die Geselligkeit gefällt mir an der Mainzer Mentalität besonders gut.“
Weitere Informationen zur Klinik für Anästhesiologie gibt es hier.
+++ Noch nicht genug? Hier geht es zur Videoreihe Inside Universitätsmedizin Mainz.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.
00:00:03: Spannender
00:00:03: Einblicke für alle!
00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight.
00:00:08: UniversitätsMedizin MainZ, das ist das beliebte Dialogformat wo es darum geht Menschen kennen zu lernen die an der Uni Medizin Mainz arbeiten.
00:00:17: und heute ist mir eine besondere Freude Frau Professor Doktor Nana Maria Wagner zu begrüßen.
00:00:23: wie schön dass Sie bei uns sind.
00:00:24: Vielen
00:00:25: herzlichen Dank Herr Prof.
00:00:26: Kieslich.
00:00:26: ich freue mich sehr dass sich Teil des Team UEMS sein darf.
00:00:30: Sie sind unsere neue Klinikdirektorin der Klinie für Anesthesiologie und sind ganz früh Anfang Oktober in Mainz angekommen.
00:00:38: Wie waren Ihre ersten Eindrücke?
00:00:40: Ich muss sagen, es ist ein ganz besonderer Lehrstuhl hier in Mainz.
00:00:44: Er ist sehr tradiert und hat viel Historie.
00:00:47: In den Sechziger Jahren ist eigentlich das erste Ordinariat für Anästhesiologie- und Intensivmedizin hier eingerichtet worden und mit Herrn Rudolf Frey ja auch sehr prominent besetzt gewesen.
00:00:57: Er hat sehr viel Pionierarbeit geleistet zum Beispiel den ersten Rettungswagen und damit die Begründung des modernen Rettungssystems auf die Straße gebracht.
00:01:05: er hat Anäesthesiologie und vor allem auch die Intensifmedizin fortentwickelt von Professor Werner, hat sehr viel Renommee auch hier an den Standort gebracht.
00:01:13: Er war Präsident unserer Fachgesellschaft und bis heute treffen sich alle Lehrstuhlinhaber einmal im Jahr in Mainz.
00:01:19: Ich fühle mich also sehr geehrt diesen tradierten und bekannten Lehrstuel zu übernehmen.
00:01:25: Auch wir wollen jetzt neue Impulse setzen zusammen mit der Universitätsmedizin.
00:01:30: Wir wollen digital werden, wir wollen innovativ werden, unser Fach und vor allem die operative Medizin nach vorne
00:01:35: bringen.".
00:01:36: Wie schön.
00:01:37: Sie haben gleich davon gesprochen, wäre alles vor Ihnen diesen der Stuhl schon innehatte es ein wirklich eine besondere Ehre und vor allem diese Klinik hat ja auch so viele Aspekte ist ja nicht nur die Anästhesologie Es ist die Intensivmedizin es ist die Schmerztherapie Und noch die Notfallmedizin Nicht nur bodengebunden sondern auch in der Luft.
00:01:57: Das ist ja eine hohe Vielfältigkeit.
00:02:00: wie führen sie ihre Mitarbeitenden?
00:02:02: Was macht die Faszination ihresfaches aus?
00:02:06: Das sind viele besondere Aspekte hier am Standort Mainz, die mich auch ohne Zweifel dazu bewegt haben.
00:02:12: Dann sehr gerne hierher kommen zu wollen.
00:02:14: wir unser Fach hat sehr viele Säulen.
00:02:17: Wir vertreten die operative Anesthesiologie.
00:02:19: Wir begleiten unsere Patienten, die sich an der Operation unterziehen müssen durch unserer Große Leistung.
00:02:25: Wir haben hier die operativen Intensivmedizin unter einem Dach geeint was sehr schön ist und wir dürfen sowohl die Boden als auch die luftgebundene Rettung mitgestalten.
00:02:35: Dadurch haben wir sozusagen die gesamte Rettungskette und auch die in der klinische Weiterversorgung mit in unserer Hand.
00:02:41: Und das ist etwas, was sehr viel Scham ausmacht hier am Standort für unser Fach.
00:02:46: Es inkludiert auch die Schmerztherapie, die wir im perioperativen Kontext weiter formulieren wollen und unsere Verzahnung mit der Palliativmedizin so dass wir hier umfassenden allen fünf Säulen unseres Fach tätig werden können und es freut mich sehr alle fünf Sollen hier am standort auch mit der universitätsmedizin zusammen vertreten zu dürfen.
00:03:04: Ja und Sie selbst sind ja eben nicht nur Ärztin, sondern auch Wissenschaftlerin.
00:03:08: Und dann Lehrstuhlinhaberin also für die Lehre zuständig aus den vielfältigen Aufgaben wenn sie einen Klinischen Fall mal herauspicken wollen der vielleicht das Fach charakterisiert oder es sich sehr beschäftigt hat welcher Fall wäre das?
00:03:24: Ich glaube, in der akademischen Medizin gilt es nicht nur die Medizin zu machen und unsere Patienten sicher und effizient auch zu betreuen sondern auch die Grenzen zu verschieben.
00:03:34: Und im Einklang mit der modernen Medizin und auch der Menschlichkeit im Sinne unserer Patienten einfach unsere Patienten zu begleiten.
00:03:41: Ein Fall, der mich sehr beschäftigt hat war das mein Nachbar an mich herangetreten ist und mir erzählt hat dass es seinem Vater nicht gut geht.
00:03:49: er hatte eine schwere Herzerkrankung Er konnte sich draußen nicht mehr bewegen.
00:03:56: Seine Lebensqualität war hochgrätig eingeschränkt, aber er hatte auch schon ein hohes Lebensalter und wir standen vor der Frage ob wir ihn einer großen Operation die medizinisch indiziert war unterziehen wollen und wir haben das sehr intensiv besprochen mit unseren herzchirurgischen Kollegen und Wir haben uns dazu entschieden das Wagnis einzugehen Und wir konnten diesen damals seventy vier Jahre alten Patienten sicher und gut durch seine Doppelklappenersatzoperation begleiten und wir konnten ihn am nächsten Tag von der Intensivstation entlassen auf die Normalstationen.
00:04:28: Wir konnten ihn weiter betreuen bis er in die Rehabilitationsmaßnahmen dann auch an einer umliegenden Einrichtung zugeführt werden konnte, es geht ihm heute sehr gut.
00:04:37: ich habe oft mit ihm noch ein Glas Wein getrunken bis wir irgendwann weggezogen sind aus Münster einer meiner früheren Werkstätten.
00:04:44: aber es hat viel Freude gemacht zu sehen dass wir wenn wir im Team denken und im team unsere Hochleistmedizinen im Sinne der Patienten nach guter Abwägung ein tolles Ergebnis erzielen können.
00:04:55: Das ist jetzt schon einige Jahre her und hat sehr davon profitiert, einfach weil er sehr viel Lebensqualität gewonnen hat.
00:05:01: Ich glaube zu Ihnen kommen ja die Menschen nicht so elektiv also geplant sondern auch oft im Notfall und die Grenzen verschieben sich immer mehr.
00:05:09: das was an Intensivmedizin möglich ist wirft ja auch ethische Fragen auf.
00:05:14: wie glauben Sie wird sich Ihr Fach in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
00:05:19: Ich glaube, das ist eine große Chance und auch eine große Herausforderung unseres Fachs.
00:05:23: Dass wir unsere Patienten betreuen zum Beispiel in dem Moment, indem eine Ehefrau oder ein Ehemann oder einen Angerühriger zu Hause das Telefon in die Hand nimmt und den Notruf wählt, weil es einen Angehörigen oder jemanden, den man liefert nicht gut geht.
00:05:38: Und wir kommen als Notärzte und sehen vor Ort auch in die familiären Strukturen und in die Situation des Patienten ein.
00:05:45: Wir entscheiden uns unter Umständnien mitzunehmen und ihnen der universitären Behandlung auch zuzuführen.
00:05:50: Wir begleiten ihn während einer Operation, die unterm Stand notwendig ist oder auf der Intensivstation und wir begleitet ihn dann auch weiter auf die Normalstation oder auch an die frühere Habilitationsmaßnahmen.
00:06:03: Dankbare Aufgabe, die aber auch die Herausforderung hat abzuwägen.
00:06:07: Ob das was die Hochleistungsmedizin bieten kann im Einzelfall auch sinnvoll ist und im Einklang mit den Patienten willen und auch den familiären Strukturen und die auch schon einberechnet wie der Patient auch hinterher wieder in seinen Alltag zurückgeführt werden kann.
00:06:22: Das seine Herausforderungen insofern als dass wir vielleicht manchmal auch ein bisschen Halt gebieten müssen vor den Möglichkeiten, die wir haben um einfach den Patienten Lebensqualität mit einzupreisen.
00:06:35: Ja, jetzt sind sie ja gerade neuen Mainz und wie immer wenn man Neues gibt es ja neue Impulse oder neue Ideen die Sie haben.
00:06:41: übereinst hatten wir uns auch schon unterhalten patient blood Management was kann man sich darunter verstehen und das könnte der Vorteil für die Patienten sein.
00:06:50: Ich glaube, dass im Gesamtkontext der Herausforderung der neuen, der modernen Medizin einfach auch die Phase vor der Operation schon gut abgewägt werden muss.
00:06:59: Häufig haben wir ja Zeit weil wir elektive Eingriffe haben.
00:07:02: das heißt wir müssen sie nicht am nächsten Tag durchführen sondern wir können auch mutig sein und Sie vielleicht zwei oder vier Wochen hinaus schieben.
00:07:08: Wir wissen, dass Patienten davon profitieren wenn wir zum Beispiel Noxen reduzieren Wenn wir auf Alkohol verzichten wenn wir nicht rauchen vor einem großen Eingriff aber auch wenn wir andere Maßnahmen machen.
00:07:19: Ganzheitlich geguckt, wie ist der Ernährungszustand des Patienten?
00:07:22: Oder zum Beispiel auch gibt es eine Blutarmut.
00:07:25: Eine sogenannte Anämie.
00:07:27: Viele Patienten leiden unter einer Anämien.
00:07:29: Wenn man operiert hat man häufig Blutverluste und wir können unsere Patienten einfach besser dagegen wappnen dass sie eine Bluttransfusion haben müssen.
00:07:38: Bluttransfusionen haben auch Risiken und auch Blutprodukte sind heutzutage leider ein rares Gut, so dass wir hier multidimensional sozusagen viele Fragen adressieren können indem wir ein systematisches Screening von Anemien.
00:07:52: vor einer Operation einführen im Sinne des Patient Blood Management und die häufigste Form der Anämie, nämlich die Eisenmangelmanämie auch gezielt ausgleichen.
00:08:01: Wir wissen dass wir dadurch die Zahl der Bluttransfusion während einer Operation oder im operativen Verlauf reduzieren können und das wir damit auch die potenzielle Nebenwirkung einer Blutransfusion reduzieren kann und dass wir damit etwas Gutes für unsere Patienten tun weil wir ihre Sicherheit erhöhen, ihre Risiken reduzieren unseren operativen Partnern ein modernes Patient Blood Management auch hier in der Universitätsmedizin umfassend umsetzen wollen.
00:08:28: Also es ist wirklich Team UEM nicht nur mit den Operateuren und mit allen beteiligten Mitarbeitenden zu agieren, sondern dem Patienten ganz aktiv mit einzubeziehen und damit einen größeren Erfolg zu haben dass die OP dann gut gelingt.
00:08:41: Jetzt haben wir uns ja ganz viel über die Krankenversorgung unterhalten, aber sie bringen sicherlich den einen oder anderen Schwerpunkt auch Impuls in die Wissenschaft mit hinein.
00:08:49: Was sind Ihre Forschungsthemen, die Sie beschäftigen und die Sie gerne vorantreiben wollen?
00:08:54: Ich glaube, dass wir medizinischen Fortschritt dringend notwendig brauchen.
00:08:58: Wir haben diverse Herausforderungen und müssen noch besser verstehen was eigentlich während einer Operation passiert.
00:09:05: Und wenn wir kritisch mit uns sind dann passiert es doch häufig das unsere Patienten ein bisschen durcheinander sind oder sie haben doch ein Problem mit ihrer Nierenfunktion oder auch ihrem Herzen.
00:09:14: postoperativ.
00:09:15: dabei haben wir eine ganz andere Stelle des Körpers operiert und irgendwie hängen diese Dinge miteinander zusammen.
00:09:20: aber wir haben sie so nicht richtig verstanden.
00:09:23: Ich bin davon überzeugt, dass medizinischer Fortschritt dann passiert wenn der wissenschaftliche Blick mit dem klinischen Blick zusammenführt.
00:09:30: Deshalb ist es mir auch ein besonderes Anliegen vor allem junge Akademiker zu fördern die sowohl Wissenschaft als auch Krankenversorgung in eine Hand machen wollen so genannte Clinician Scientists.
00:09:41: auf diese Werdegänge ist besonders zu achten weil sie versuchen im Prinzip zwei Jobs sozusagen in einem zu tun.
00:09:47: deshalb gehören Sie gut gementert und begleitet während ihres klinischen Werdegangs, der ideale Weise Phasen der medizinischen Versorgung und Phasend der Wissenschaft abwechselt.
00:09:56: So dass am Ende jemand hinaus herauskommt sozusagen, der wirklich medizinische Fortschritt machen kann und Innovation vorantreibt.
00:10:04: Und wenn der noch interdisziplinär und im Team UM denkt dann sind wir glaube ich das was wir sein sollen nämlich so zu sagen das Zentrum auch des Medizinischen Fortsschritts in der akademischen Medizin.
00:10:14: Vielen Dank für dieses ganz spannende Interview.
00:10:17: Am Ende noch so ein bisschen eine persönliche Frage, sind Sie ja neu in Mainz angekommen?
00:10:22: Und was hat sie denn bei den Mainzern vielleicht beeindruckt?
00:10:25: oder in der Stadt, was Sie so nicht erwartet hätten?
00:10:27: Also ich bin wirklich richtig Mainzerin geworden.
00:10:31: Jetzt alles ist umgemeldet, angemeldet.
00:10:33: Meine Kinder gehen hier zur Schule sein ein paar Wochen und was mich besonders freut es dass sich sehe das unheimlich viel Leben auf der Straße stattfindet.
00:10:40: die Menschen sind am Wochenende oder auch unter der Woche sind sie auf den Plätzen Sie trinken Wein sie essen miteinander sie sind sehr gesellig sie kommen ins Gespräch Und das ist etwas was mir an der Mentalität hier unheimliche gut gefällt und Ich freue mich darauf teil sozusagen auch der Mainzer Gesellschaft zu werden.
00:10:57: noch ein bisschen Respekt vor der Fastnacht, weil ich bin Hamburgerin und von Natur aus vielleicht ein bisschen Angst erfüllt.
00:11:04: Auch wenn es darum geht auch an der Fastenachteil zu haben.
00:11:06: aber auch da bin ich mir sicher dass mich meine Mitarbeiter in diesem Fall eng begleiten und vielleicht auch sie und ich freue mich auch hier mit der Fastennacht dann Teil des Teams OM zu werden.
00:11:16: Vielen Dank für das Interview!
00:11:17: Vielen herzlichen Dank!
00:11:19: Meine sehr verehrten Damen und Herren.
00:11:20: das war eine neue Folge Insight Universitätsmedizin Mainz Frau Professor Wagner, die die Anästhesie verantwortet und uns gezeigt hat wie vielfältig dieses Fach ist.
00:11:32: Und wie wichtig es ist dass wir die Wissenschaft vorantreiben damit wir für unsere Patienten immer die bestmögliche Therapie anbieten.
00:11:39: Wenn Sie wieder Lust haben Geschichten zu hören aus der Uni Medizin Mainz dann schalten sie in vierzehn Tagen wieder ein wenn das heißt In-Zeit Universitätsmedizin Mainz.
00:11:51: Wenn euch der Beitrag gefallen hat, abonniert Inside-Universitätsmedizin Mainz über ein Podcast Anbieter eurer Wahl.
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