Raus aus den Essanfällen

Shownotes

Weitere Informationen zur Studie EXIeaTON – Raus aus den Essanfällen

++++ Aktuelle Bücher von Jana Crämer++++

  1. Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen
  2. Das Mädchen aus der 1. Reihe, das große Comeback

Jana Crämer in den Sozialen Medien: @jana.craemer

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Noch nicht genug? Hier geht es zur Videoreihe Inside Universitätsmedizin Mainz.

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Transkript anzeigen

00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:00:03: Spannender Einblicke für alle!

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight UniversitätsMedizin Mainns, heute ist Jana Kremer bei mir und sie ist Studienbotschafterin für eine Studie.

00:00:16: mit welchem Namen?

00:00:19: X-Eedon.

00:00:20: Also es geht darum, S-Anfälle zu vermeiden.

00:00:23: Genau Und dafür, Studienbodschafterinnen zu werden, ist ja was ganz Besonderes.

00:00:28: Worum geht es in dieser Studie?

00:00:30: Ich fühle mich auch total geehrt, dass ich dabei sein darf.

00:00:32: Denn dieses Studie richtet sich an Jugendliche zwischen dreizehnundzwanzig Jahren mit S-Anfällen und bei dieser Studie wird untersucht ob eine zusätzliche Übung zur Standardbehandlung dazu führt das sich die S Anfälle weiter reduzieren.

00:00:48: Das Spannende ist es online stattfindet und das macht natürlich den Zugang für die Jugendlichen sehr viel niederschwelliger und das ist das wertvolle.

00:00:57: zunehmend Jugendliche davon betroffen sind.

00:00:59: Und wenn die das jetzt hören, wie könnten sie sich für diese Studie bewerben?

00:01:03: Dazu und also bei mir auf den Kanälen werde ich sehr viel über die Studie erzählen und ich werde dazu einladen teilzunehmen und immer unten drunter werde ich auch die Internetseite ja zeigen und nennen wo es dann die weiteren Infos gibt.

00:01:16: Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns dutzen.

00:01:18: Deshalb darf ich dich fragen du bist nicht nur Studienbotschaft drin sondern warst auch mal selber betroffen und deshalb kannst du vielleicht die Antwort wie auch geben?

00:01:26: Wie man als Eltern, als Freundinnen-Freund auf Menschen zugeht, die genau diese Problematik haben soll man ignorieren soll man es ansprechen und wenn man das anspricht wie macht man's am besten?

00:01:38: also Ich finde am meisten hat mir so dieser Zwischenweg geholfen.

00:01:43: Nicht zu offensiv weil Ich war sehr, sehr scham behaftet.

00:01:48: Für mich war das die schlimmste Sache, dass was für andere Menschen so das einfachst und normal zu der Welt sein scheint.

00:01:53: Das Essen war für mich der Entgegner.

00:01:56: Und für mich war es gut den Raum zu schaffen, dass der Mut größer war als die Scham und Vertrauen aufbauen und zeigen.

00:02:05: hey ich bin für dich da und sagen ey ich sehe, dass es dir nicht so gut geht.

00:02:09: wollen wir mal reden!

00:02:10: Einfach ein Angebot schaffen durch die Tür.

00:02:12: Da muss dann der oder die Betroffene selber gehen, weil das erfordert dann auch schon eine bewusste Entscheidung.

00:02:18: Wie war es bei dir mit dieser sogenannten Krankheitseinsicht?

00:02:21: Oder wo du gemerkt hast, dass du vielleicht von externen Hilfe brauchst?

00:02:24: Weil lange Zeit hast du's ja vielleicht noch als normal oder irgendwie kaschiert betrachtet.

00:02:29: Was war der Moment, wo das auch aus dir rauskam und was sich dann vielleicht auch dazu motiviert hat jetzt so breit darüber zu reden?

00:02:36: Es war wirklich den Moment, dass ich erkannt habe... Freunde sind Freunde, Familie ist Familie.

00:02:43: Aber Therapie ist Therapie.

00:02:45: Das sind Experten und die schauen nochmal ganz anders drauf und haben auch wirklich die nötige Expertise um das Ganze auch ganzheitlich zu betrachten und auf dem Weg raus aus den Essanfällen an der Seite zu sein.

00:02:59: Und das ist für mich eine ganz wichtige Einsicht gewesen dass man Hilfe holen darf und dass das nichts mit Gesicht gönnen oder irgendwie damit zu tun hat.

00:03:09: Sondern wenn man ein Problem hat, hat man es verdient zu wissen, dass man nicht damit alleine ist.

00:03:15: Diese Binge-Eating-Störung ist die häufigste der Essstörung und trotzdem wird's ganz, ganz häufig damit verwechselt, als man undiszipliniert ist ach mach doch mal FTH und is' doch einfach nur mal weniger!

00:03:26: Und damit wird halt auch gar nicht so... für diese Krankheit geschaffen.

00:03:31: Aber jeder, der darunter leidet, hat es verdient, dass da jemand ist, der ihn daraus

00:03:36: begleitet.".

00:03:37: Du hast das Schlagwort im Gedannt-Binge-Eating und du bist ja auch Autorin bis in sozialen Medien extrem aktiv?

00:03:42: Ich bin beeindruckt wie viel Follower du hast über eine Million.

00:03:45: Du hast ein Buch geschrieben.

00:03:47: also es scheinen sehr viele Menschen sich mit dir zu identifizieren oder auch Sorgen zu haben und das auch zu reflektieren.

00:03:53: Hast du viele Menschen die dir vielleicht schreiben wo du merkst, die brauchen soviel Hilfe Sie dann auch in dieser Richtung berätst oder ihnen ein Hilfsangebot machst?

00:04:02: Unbedingt, weil ich weiß wie es ist sich zum ersten Mal zu öffnen und zum ersten mal zu sagen.

00:04:08: Ich glaube, ich schaff das nicht alleine.

00:04:10: Und deswegen bin ich total dankbar dass ich mich da eindringen darf und es gibt ja auch schon sehr viele Möglichkeiten.

00:04:16: aber und das finde ich so schade.

00:04:21: in eine Praxis zu gehen, sich dort anzumelden.

00:04:24: Sich dort zu zeigen.

00:04:27: und deswegen finde ich so toll dass unsere Studie online stattfindet weil ich glaube das der Raum ist wo sich Jugendliche inzwischen aufhalten wo sie sich geborgen fühlen und wo man es dann auch schaffen kann sie da abzuholen wo sie stehen.

00:04:42: und deswegen find' ich das ganz besonders großartig.

00:04:44: Du klärst sehr breit auf bist auch diese Studienbotschafterin.

00:04:47: Das Ganze läuft digital also Menschen können an dich wenden, aber du bist auch manchmal vor Ort und interagierst.

00:04:55: Was empfindest Du als wichtiger?

00:04:57: das persönliche Gespräch oder den Austausch über digitale Medien?

00:05:02: Es ist die Mischung!

00:05:03: Ich darf an Schulen auftreten ich darf für das Thema Essstörungen sensibilisieren und wenn die Schülerinnen und Schüler merken dass es da nicht irgendwie ein Theaterstück ist oder einen Vortrag im klassischen Sinne sondern das ist ja meine Geschichte mein Leben ist was ich denen anvertraue dann werden sie so berührbar und so offen und ehrlich.

00:05:24: Und wenn dann hinterher nochmal ein Selfie gemacht wird oder noch mal ein Autogramm, dann flüstern sie, ich schreibe dir bei Insta, sage ich okay!

00:05:31: Und dann endlos lange Nachrichten wo Sie so mutig und so offensind und das macht mich dann stolz dass ich da eine Anlaufstelle sein darf und dass sich dann weiter vermitteln kann.

00:05:43: Ich

00:05:43: glaube, es ist ganz großartig auf welchen Möglichkeiten du bietest.

00:05:46: Auf der anderen Seite sozialen Medien sind ja oft auch das Problem weil dort die besonders hübschen, die besonders schönen oder die besonders... Das sind sie gar nicht!

00:05:54: Genau dargestellt werden.

00:05:56: jedenfalls projiziert man ja oft Dinge dorthin ein um dann mit einem gewissen Essverhalten genau dort hinzukommen.

00:06:02: wie empfindest Du soziale Medien?

00:06:04: lösen die da was aus?

00:06:06: verstärken die das?

00:06:07: Wie ist so da das Gefühl Ich

00:06:09: bin da so ein bisschen zäh gespalten auf der einen Seite.

00:06:12: Also diese ganzen Filter und man darf nicht alles glauben, was man sieht.

00:06:17: Und ich erwische mich auch manchmal selbst dabei, dass sich etwas anschauen kann.

00:06:21: Oh wow wie schön!

00:06:24: Im Endeffekt weiß ja, was dahinter steckt.

00:06:26: Ich weiß das eine Person die einmal im Jahr im Urlaub ist, die Bilder das ganze Jahr strengt und man denkt immer im Urlaub und man vergleicht sich... mit der Bühne.

00:06:37: Weil jeder stellt ja nur das irgendwie online, wo er sich besonders attraktiv vor, sich besonders erfolgreich oder was auch immer fühlt und deswegen man darf sich damit nicht vergleichen.

00:06:47: Vergleiche sind der Anfang von einem Übel und mich erschreckt es wenn ich in der Schule bin.

00:06:53: Ich hatte erst einen Auftritt dann gehe ich irgendwie auf die Toilette und dann sehe ich jugendliche Mädchen die sich nicht mal mehr im Spiegel anschauen können weil ihr Normale Spiegelbild, was nicht gefiltert.

00:07:05: Es schreckt sie!

00:07:06: Sie schminken sich mit einem Handy wo der Filter an ist und das schnitt mir die Kälte zu.

00:07:11: Und da müssen wir aktiv werden.

00:07:12: dass wir wirklich aufklären dass wir im Bereich der sozialen Netzwerke Schulen dass wir zeigen vergleicht ich nicht.

00:07:21: vergleich dich nicht mit Fake.

00:07:23: Wenn du einen Rat geben würdest wie man mit sozialem Medien umgeht wenn man genau diese Problematik hat welcher Rat wäre das?

00:07:29: Bring den Müll raus.

00:07:31: In der Küche ist es auch.

00:07:32: Wenn's stinkt, du bringst dir Müll raus!

00:07:33: Deswegen wenn man online unterwegs ist... Man sollte genau gucken wie fühle ich mich bevor ich online gehe?

00:07:40: Welche Accounts rufe ich auf?

00:07:42: Welcher Inhalte konsumiere ich?

00:07:44: und wenn ich hinterher das Gefühl habe mich schlechter zu führen als vorher mein eigenes Leben in Frage zu stellen.

00:07:50: Genadenlos blockieren entfolgen weg damit.

00:07:53: Raus ins Leben und Freunde treffen und auf die Frage hey wie geht´s dir auch die Antwort abwarten.

00:07:59: Klare Entscheidungen, Ehrlichkeit mit sich selbst?

00:08:02: Ja.

00:08:03: Und jetzt spanne ich nochmal zu den Bogen.

00:08:05: Zu dieser Studie da gibt es einen partizipativen Forschungsansatz.

00:08:09: Was kann man sich denn darunter vorstellen?

00:08:12: Ich finde das so wertvoll dass bei dieser Studier auch ehemalige Betroffene einbezogen werden.

00:08:18: Ich erlebte es auch bei Podiumsdiskussionen oder bei irgendwelchen Gesprächen, wo dann viele Menschen über ein Thema sprechen.

00:08:25: Aber keiner von denen hat's erlebt und das ist das Tolle dass hier einfach auch ehemalige Patienten und Patientinnen mit dabei sitzen die sagen können hey die Frage... Die Seite im Work macht das und das mit mir.

00:08:38: Das ist genau das was wir brauchen.

00:08:39: Wir müssen mit uns, ich nehme mich da mal mit rein.

00:08:43: Mit uns Betroffenen sprechen weil uns soll zu helfen und wir wissen am besten wie wir uns fühlen.

00:08:48: das kann man nicht in irgendwelchen Kurven und Statistiken und Studien sondern dann muss man mit Menschen sprechen.

00:08:54: was ist das Ziel der Studie?

00:08:55: natürlich die Situation zu verbessern aber werde eine Skalierbarkeit möglich dass man eben jedem so eine digitale Plattform auch anbieten könnte in der Zukunft?

00:09:04: Das wäre mein Traum.

00:09:07: Wie schön, dass du hier bist und wie schön, das du dich so engagierst.

00:09:10: Du bist in den Schulen, du bist vor Ort, du ist ansprechbar... Was macht das mit dir?

00:09:15: Wie geht es dir heute im Vergleich zu früher und wie glaubst du auf welchen Weg bist du gerade?

00:09:21: Fühlst du dich noch manchmal so aus?

00:09:22: könnte mich jederzeit wieder treffen oder gibt ihr das auch eine gewisse Kraft um auch positiv in die Zukunft zu schauen?

00:09:30: So viele Fragen!

00:09:32: Als erstes bin ich einfach total dankbar weil Ich hab so ein bisschen das Gefühl dadurch, dass ich einmal mutig war und dass sich dieses Versteck spielt.

00:09:39: Denn genau das sind diese Essensfälle.

00:09:41: Sie sind von Scham und von Einsamkeit behaftet.

00:09:45: Und dass ich mal mutiger war als meine Angst... ...und mutiger was.

00:09:50: meine Scham hat mich dahin gebracht, dass für einige Menschen die Person vielleicht sein darf, die ich gebraucht hätte.

00:09:57: Das ist das Schöne, dass inzwischen auch mit so einer Gelassenheit an die ganze Sache rangehen kann, weil ich wirklich wenn jemand zu mir kommt und sagt heraner.

00:10:05: Ich habe das Gefühl Das wird nie enden kann ich sagen.

00:10:08: doch Du wirst wieder das gefühl von einer freien wahl haben Denn früh hab ich mich ohnmächtig gefühlt.

00:10:14: Ich hatte das Gefühl Hier ist die drehundert grammtafel schokolade hier ist die leere verpackung.

00:10:19: wo ich mich frage warum ist da ein widerverschluss?

00:10:21: Und heute sehe ich den raum dazwischen Und es ist nicht nur... Also manchmal ist es natürlich so, dass ich noch vom Kühlschrank stehe und dann frage mich wie viel Kalorien hat das?

00:10:31: Welche Näherwärts zusammen, was ist drin.

00:10:34: Wenn diese Fragen kommen, weiß ich, ich muss hingucken, was in meinem Leben nicht stimmt.

00:10:38: Wo fühle ich mich gerade überfordert?

00:10:40: Warum brauche ich das?

00:10:41: Die Essstörung von damals ist mein Kompass von

00:10:44: heute.".

00:10:45: Das ist eine positive Ausstrahlung!

00:10:47: Ich bin sicher, dass viele sich fragen Kann ich mich nicht vernetzen auf dem Instagram-Account?

00:10:52: Dürfen wir den einplanen?

00:10:53: Sehr, sehr gerne.

00:10:53: Freu' ich mich!

00:10:54: Dann machen wir das jetzt gerade.

00:10:56: und dann am Ende noch meine Frage... Was ist dein Motto des Lebens oder des Tages?

00:11:01: Wie gehst du dort hinein um so eine positive Ausstrahlung auch für andere Menschen aufrecht zu erhalten?

00:11:07: Oh, mein Motto dieses Tages ist, ich würde sagen, dass immer einen Platz für Wunder.

00:11:16: Vielen Dank für das Gespräch.

00:11:17: Danke

00:11:18: Es ist immer ein Platz für Wunder.

00:11:20: Das war eine berührende Diskussion über Essstörungen und Möglichkeiten, wie man durch Forschung eine Verbesserung hinbekommt.

00:11:27: Ich bin ganz beeindruckt gewesen was man erreichen kann wenn man sich persönlich engagiert und wenn Sie wieder Lust haben genau solche Momente zu erleben oder Informationen über die In-Zeit Universitätsmedizin Mainz zu erfahren dann schalten sie in vierzehn Tagen wieder ein.

00:11:44: Wenn euch der Beitrag gefallen hat, abonniert Inside Universitätsmedizin Mainz über ein Podcast.

00:11:49: Anbieter eurer Wahl.

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