Intensivpflege mit Herz und Hightech

Shownotes

Für Sinan Cetin war nach zwei Schulpraktika im Krankenhaus klar: „Ich möchte in der Pflege arbeiten.“ Heute ist er Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie und Gesprächspartner von Professor Ralf Kiesslich in Folge 34 der Reihe „Inside UM“.

Sinan Cetin betreut auf der Intensivstation herzchirurgische Patientinnen und Patienten – den Wandel in der modernen Herzchirurgie hin zu zunehmend minimal-invasiven Eingriffen und die vielen Hightech-Maschinen, mit denen er täglich arbeitet, findet er besonders spannend. Damit alles reibungslos funktioniert, legt er großen Wert auf eine intensive Einarbeitung und ist selbst Teil des Einarbeitungsteams auf seiner Station: „Ich möchte neuen Kolleginnen und Kollegen Werkzeuge an die Hand geben, damit sie es auch so einfach haben, wie ich es am Anfang hatte.“

Sein Plädoyer für eine Pflegeausbildung an der Universitätsmedizin Mainz: „Ich konnte viele Fachgebiete kennen lernen, die es nicht überall gibt.“ Als Beispiel nennt er die Neurochirurgie, Knochenmarktransplantationen und die Herzchirurgie – sein heutiger Arbeitsbereich. Als Teamplayer betont Sinan Cetin, dass die Arbeit im Team sehr viel leichter fällt, zum Beispiel weil sich Kompetenzen ergänzen: „Am Ende des Tages arbeite ich in einem ganz großen Team – dem #TeamUM!“

Weitere Informationen: https://www.unimedizin-mainz.de/hgc/

Noch nicht genug? Hier geht es zur Videoreihe Inside Universitätsmedizin Mainz.

Transkript anzeigen

00:00:00: Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:00:03: Spannender Einblicke für alle.

00:00:06: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:00:11: Heute geht es um das spannende Thema Intensivpflege und das Thema Herzchirurgie wird im Fokus sein.

00:00:17: Und hierzu habe ich Sinan Chetin als mein Interviewpartner.

00:00:21: Wie schön, dass Sie da sind.

00:00:22: Danke.

00:00:22: Hallo.

00:00:23: Sie sind Fachkrankenpfleger genau auf dieser Intensivstation.

00:00:27: Was hat sie dazu bewogen?

00:00:28: Genau diesen Job.

00:00:29: einzugehen.

00:00:30: In der sechsten Klasse im Biologieunterricht hatten wir das Thema Herz-Kreislauf-System.

00:00:34: Es hat mich so gut begeistert, dass ich mich entschieden habe, in der sitten Klasse ein Schulpraktikum, also im Krankenhaus einen Praktikum zu machen.

00:00:41: Und es hat mir sehr gut gefallen.

00:00:43: Zwei Jahre später wieder ein Schulpraktikum.

00:00:45: Da habe ich wieder im Krankenhaus einen Praktikum gemacht und dann war es für mich endgültig, dass ich in die Pflege gehen möchte.

00:00:50: Wenn Sie in Ihrem Berufsalltag schauen, gibt es einen Patientenfall oder ein Schicksal, was Sie vor Augen haben?

00:00:58: Es sind sogar zwei Fälle, die ich von meinen Augen habe.

00:01:01: Ich habe auch zwei Jahre in der Notaufnahme gearbeitet.

00:01:03: Das waren neunzehnjährige Patienten, der eine Leukämie hatte.

00:01:06: Und leider bei uns in der Notaufnahme verstorben ist.

00:01:08: Und auch in den zwanzigjährigen Patienten, der bei uns auf der Intensivstation, die nicht auch von der Schule kannte, auch leider verstorben ist.

00:01:15: Und das sind mir in Errung geblieben.

00:01:17: Ja, und wir haben Sie es geschafft, eine persönliche Frage da mit umzugehen, weil das ja auch etwas ist, was im Alltag öfters mal vorkommt.

00:01:25: Und da hat vielleicht der ein oder andere Angst, gibt es da Tipps oder Angebote, wie man auch mit solchen schwierigen Situationen leichter fertig wird?

00:01:32: Ich habe selbst eine Ritual, wenn ich meinen Kasak ausziehe und Feierabend habe, nehme ich meinen Kopfhörer, höre Musik und auf dem Heimweg kann ich dadurch gut abschalten und auch Kollegen, mit denen ich reden kann.

00:01:44: Sehr gut.

00:01:45: Was ... Aus Ihrer Sicht, was macht die Arbeit so spannend, gerade im Bereich Herzchirurgie?

00:01:51: Ich glaube, die Herzchirurgie ist gerade im Wandel.

00:01:53: Das wird immer moderner, minimalinversiver.

00:01:56: Und das macht es sehr spannend.

00:01:57: Seitdem Professor Trede bei uns ist, machen wir minimalinversive Klappenschirurgie, Aortensatz wird auch minimalinversiv ersetzt.

00:02:05: Dafür muss das Brustbein nicht durchgesägt werden.

00:02:08: Und das ist einfach sehr spannend.

00:02:10: Auch die Emma-Patienten, also die Erwachsenen mit angeborenen Herzfehlern, sehr spannende Fehlbildungen haben, ist auch sehr interessant.

00:02:18: Und auch die ganzen Maschinen, die wir in der Herzschirurgischen Intensivmedizin haben, ist einfach sehr spannend.

00:02:23: Ja, Sie sagen es sehr spannend, der einen oder andere hat aber vielleicht Angst, weil das so ein technisierter Beruf ist.

00:02:28: Wie kommen Sie mit diesen Hightech-Geräten zurecht?

00:02:31: Also bei uns auf den Intensivstationen werden die Kollegen oder wenn man neu anfängt, sehr gut eingearbeitet.

00:02:37: Da kommen regelmäßig die Hersteller von den Geräten und weisen uns da ein.

00:02:42: Und dafür lebt man sehr schnell die Berührungsängste.

00:02:45: Und Sie sind ja auch in diesem Team der Einarbeitung, dass wenn ein neuer Kollege kommt, dass Sie ihm genau zeigen, was man so beachten muss.

00:02:52: Und da auch die Frage, was hat sie dazu motiviert und wie bleiben Sie selber auch up-to-date, immer die neuesten Erkenntnisse parat zu haben?

00:03:00: Also Einarbeitung finde ich sehr wichtig, damit wir alle auf der gleichen Ebene sind und die Patienten gut versorgt werden, dass wir immer die gleiche Sprache sprechen und auf der gleichen Ebene sind.

00:03:08: Deswegen wollte ich gerne neuen Kollegen und Kolleginnen, die bei uns anfangen, richtige Werkzeuge in die Hand geben, damit sie es auch so leicht haben, wie ich es hatte am Anfang.

00:03:17: Im Uniklinik Mainz werden sehr viele Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten angeboten.

00:03:20: Da nehme ich regelmäßig teil.

00:03:22: In Dezember habe ich meine Pflege-Experten-Ernährungsmanagement abgeschlossen.

00:03:27: Vor drei Tagen war ich in Frankfurt bei einer Impeller-Fortbildung und dadurch bleibe ich immer up-to-date.

00:03:33: Was ist Impeller?

00:03:34: Können Sie uns das vielleicht erklären?

00:03:35: Impeller ist ein Herzunterstützungsgerät.

00:03:38: Bei Herz- und Suizenz, was eingesetzt wird, ist temporär.

00:03:42: Und dadurch kann sich das Herz erholen und irgendwann sieht man es wieder aus und dem Patient geht es hoffentlich wieder besser.

00:03:49: Sie sind ein Teamplayer, habe ich mir sagen lassen.

00:03:51: Warum ist Arbeiten im Team so wichtig?

00:03:55: Der Alltag ist manchmal anstrengend und im Team fällt es einfach viel leichter zu arbeiten.

00:04:00: Und durch die verschiedenen Fort- und Bildungsmöglichkeiten, die meine Kollegen absolviert haben, ergänzt mir unsere Stärken und Schwächen und damit können wir viel besser die Patienten versorgen.

00:04:12: Und Teamarbeit bedeutet für mich auch nicht nur ein Team, was ich direkt arbeite, sondern auch Kollegen von der IT-Labor, mit denen ich aber indirekt vielleicht arbeite.

00:04:22: Aber trotzdem am Ende des Tages arbeite ich an einem ganz großen Team und das ist TeamUM.

00:04:27: Sie haben vorhin ausgeführt, dass in der Schule schon wussten, das könnte ein Job sein, der wirklich Spaß macht.

00:04:32: Und dann sind Sie in die Ausbildung gegangen.

00:04:34: Wie ist die für Sie gelaufen?

00:04:35: Was sind vielleicht Tipps für junge Menschen, die hier zuhören und sich denken, könnte das nicht vielleicht auch was für mich sein?

00:04:41: Also ich habe mich in verschiedenen Krankenhäusern beworben, auch in Akutversorger, auch in Grundversorger.

00:04:45: Ich bin froh, dass ich in meiner Grundausbildung auch in Uniklinik Mainz gemacht habe, weil ich konnte viele Stationen sehen.

00:04:50: In der Uniklinik Mainz bietet es verschiedene Fachgebiete, was man in kleinen Häusern vielleicht nicht sieht.

00:04:55: Herzchirurgie, Neuroschirurgie, Knochenmarktransplantation.

00:05:01: Und deswegen ist es lohntwert hier bei uns im Haus, die Ausbildung zu machen.

00:05:04: Und auch die Weiterbildung habe ich auch gemerkt, durch die vielen Praxiserfahrungen, was ich in der Ausbildung hatte.

00:05:10: war die Weiterbildung vom Fachkrankenpfleger Anesthesie und Intensiv einfach leichter.

00:05:15: Sie haben in jungen Jahren schon ganz viel Erfahrung gemacht.

00:05:17: Sie haben auch Erfahrungen an der Grenze gemacht von Leben und Tod.

00:05:21: Was macht das mit Ihnen?

00:05:22: Was tun Sie, um gesund und fit zu bleiben?

00:05:24: Sie haben vorhin über Musik gesprochen.

00:05:26: Was sind andere Rituale, die Ihnen einfach gut tun?

00:05:28: Ich gehe gerne laufen und treffe mich mit Freunden und dadurch kann ich mich sehr gut ablenken.

00:05:34: Vielen Dank für das Gespräch.

00:05:35: Danke.

00:05:36: Ja, das war eine ganz spannende, erfrischende Folge von Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:05:41: Wie begeisternd man sein kann, wenn man als Fachpfleger auf der Intensivstation arbeitet im Bereich Herzchirurgie, wo es filigrane und herausfordernde Entscheidungen gibt und man immer abtodät bleiben muss.

00:05:53: Aber wir bilden genau dafür aus und wer Lust hat, kann sich gerne bei uns bewerben.

00:05:57: Und ich freue mich, wenn Sie wieder reinhören und reinschauen, wenn es heißt Insight-Universitätsmedizin Mainz.

00:06:05: Wenn euch der Beitrag gefallen hat, abonniert Inside Universitätsmedizin Mainz über ein Podcast.

00:06:10: Anbieter eurer Wahl.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.